Bartgeier

Mit bis zu 2,9 m Flügelspannweite zählt der Bartgeier zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. Im Flug ergeben die oft hängenden Flügel und der lange, spitz zulaufende Schwanz gemeinsam mit dem abwärts gerichteten Kopf das typische Erscheinungsbild dieses Greifvogels. Ausgewachsene Bartgeier haben ein kontrastreiches Körpergefieder. Die Oberseite ist grauschwarz. Kopf, Hals und die Körperunterseite sind blassgelb bis rostrot. Diese Färbung des eigentlich weißen Kopf-, Hals- und Brustgefieders kommt durch Baden in eisenoxidhältigem Schlamm zustande. Namensgebend für diesen Geier sind die auffälligen borstenartigen schwarzen Federn, die dem Bartgeier über den Schnabel hängen.
Bartgeierpaare brüten in Felsnischen, oft alten Steinadlerhorsten. Der Aktionsraum eines Paares umfasst zwischen 100 und 750 km2, die es in ausdauernden Gleitflügen nach Nahrung absucht. Innerhalb dieses Gebietes besitzt das Brutpaar aber auch ein festes Territorium, das es gegen Eindringlinge verteidigt. Der Bartgeier lebt von Aas und verwertet auch das, was von anderen Tieren an Kadavern übriggelassen wird. Ein Großteil seiner Nahrung (bis zu 90%) besteht nämlich aus Knochen, die er dank seines besonders sauren Magensaftes vollständig verdauen kann. Um schlundgerechte Stücke zu erhalten, lassen Bartgeier zu große Knochen aus der Höhe auf Felsen fallen.

Steinadler

Der Steinadler ist ein mächtiger Greifvogel mit bis zu 210 cm Flügelspannweite. Altere Vögel wirken sehr dunkel, Jungvögel lassen sich durch die hellen Flecken in den Flügeln und am Schwanzansatz erkennen. Charakteristisch sind weiters die stark gefingerten Handschwingen und der eher breite Schwanz. Seinen „stolzen“ Blick verdankt der Steinadler besonderen Knochenausbildungen über den Augen.
Steinadler leben in einer monogamen Dauerehe und brüten in Felsnischen oder in großen Bäumen. Jedes Adlerpaar besitzt mehrere Horste, jährlich wird aber immer nur einer benutzt. Die Horstplätze des Steinadlers liegen meist unterhalb der Jagdreviere, da der Transport der Beute nach unten einfacher ist. Steinadler jagen von oben kommend im Sturzflug oder im bodennahen Flug und versuchen dabei, ihre Beute auf kurze Distanz zu überraschen. Beutetiere sind meist bodenbewohnende kleine bis mittelgroße Säugetiere, die der Steinadler mit seinen kräftigen Füßen (Fänge genannt), auf deren Zehen lange Krallen sitzen, tötet. Das Revier eines Steinadlerpaares misst je nach Lebensraumqualität 50 - 150 km².

Steinbock

Der Steinbock ist eines der imposantesten Säugetiere der Hohen Tauern. Er ist mit den Ziegen verwandt. Der Bock kann über 90 kg wiegen und verfügt über mächtige, nach hinten gebogene Hörner mit bis zu 1 m Länge, während die Geiß nur kurze, kaum gebogene Hörner hat. Dank der Hufe mit gummiartigen Ballen und harten Rändern sind die Steinböcke gute Kletterer. Die Geißen mit den Jungtieren und die Böcke leben in Rudeln, lediglich alte Tiere werden oft zu Einzelgängern. Nur die alten Böcke werden zu Einzelgängern. Zur Fortpflanzungszeit (Dezember/Jänner) suchen die Böcke die Weibchen auf und versuchen, paarungsbereite Geißen zu kontrollieren. Konkurrierende Böcke sind zu dieser Zeit selten, da die Rangordnung bereits bis zum Sommer festgelegt wurde. Steinwild kann ein Alter um 20 Jahre erreichen.

Murmeltier

Das Alpenmurmeltier oder im Volksmund auch „Murmele“ genannt, lebt im Familienverband in unterirdischen Bauten. Diese befinden sich auf alpinen Rasen, Blockfeldern und Almflächen von 1.400 m bis 2.700 m Höhe. Mittels Pfiffen warnen sich die Murmeltiere gegenseitig bei Gefahr. Eine Pfeifserie kündigt Gefahren am Boden an, z.B. einen sich nähernden Menschen, ein einzelner Pfiff bedeutet „Gefahr aus der Luft“, meist durch einen Adler.
Um 1800 waren Murmel in den Ostalpen sehr selten und vielerorts ausgerottet. Dies lag daran, dass einerseits Murmelfleisch als Nahrung geschätzt war, andererseits das Fett des Murmeltieres als Universalheilmittel Verwendung fand. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen die Murmeltiere in das Gebiet der Hohen Tauern zurück. Heute gehört es zu den wild lebenden Säugetieren, die in den Hohen Tauern am häufigsten beobachtet werden können.

Gämse

Unter den Großtieren der Hohen Tauern ist die tagaktive, ziegenähnliche Gämse am öftesten zu beobachten. Ihr Sommerkleid ist hellbraun, im Winter verfärbt sich das Fell schwarzbraun. Beide Geschlechter tragen Hörner, auch Krucken genannt. Aus den langen Haaren des dunklen Aalstrichs (dunkler Fellstreifen entlang des Rückgrats) wird der „Gamsbart“ gefertigt.
Häufig leben die Weibchen mit den Kitzen in Rudeln zusammen, die von erfahrenen, meist älteren Geißen geführt werden. Die Zusammensetzung der Gruppen kann jahreszeitlich stark variieren. Auch die jüngeren Böcke schließen sich immer wieder zu Rudeln zusammen, während die alten Böcke als ausgesprochene Einzelgänger leben. Nur in der Paarungszeit kommen die Geißen und Böcke zusammen. Zwischen rivalisierenden Böcken kommt es zu heftigen Revierkämpfen.
 

 

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