Nationalpark Hohe Tauern

Biodiversitätsforschung


Artenvielfalt


 

Die Biodiversität unseres Schutzgebietes flächendeckend zu erfassen ist eine unserer Forschungsschwerpunkte. Die Kenntnisse über Gebiet, Schutzinhalte und Vielfalt der Lebewesen werden systematisch und mit Beharrlichkeit laufend erweitert. Biodiversitätsforschung dient für uns dazu die Verbreitung naturschutzrelevanter Arten (Rote Liste, Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, Vogelschutzrichtlinie) und ihre aktuelle Gefährdungssituation (Vergleich früher/aktueller Daten) genauestens zu untersuchen. Dadurch ist eine laufende Inventur und Bilanz der Artenvielfalt als Naturkapital des Nationalparks Hohe Tauern möglich.


Biodiversitätsdatenbank

Eine langjährige Kooperation zwischen dem Nationalpark Hohe Tauern und dem Haus der Natur Salzburg gewährleistet bereits seit 2001 eine umfassende Dokumentation aller verfügbaren Informationen zur Biodiversität. In der Biodiversitätsdatenbank des Nationalparks werden Daten zu Vorkommen, Verbreitung, Ökologie und Gefährdung der Tier-, Pflanzen- und Pilzarten für die Hohen Tauern gezielt zusammengetragen, standardisiert, zentral verwaltet, ausgewertet und bereitgestellt. Wie auch die Buchhaltung eines Unternehmens kann die Führung eines Biodiversitätsinventars zu den Schutzgütern nie abgeschlossen sein. Sie ist eine laufende, notwendige Arbeit zur Umsetzung von Kernaufgaben des Schutzgebietes. In den letzten 15 Jahren ist es auf diesem Wege gelungen, eine Wissensdatenbank mit mehr als 350.000 Datensätzen zu schaffen.

Auf Basis dieser Datenbank werden zahlreiche naturschutzrelevante Tätigkeiten (Durchführung spezifischer Forschungsprojekte, Erkennung naturschutzfachlich besonders wertvoller Schwerpunkte, Erstellung von Gutachten, Monitoring) beträchtlich erleichtert. Ein wesentlicher Teil des Erfolges ist die laufende Ergänzung und entsprechende Betreuung der Datenbank, womit die Aktualität und Qualität gewährleistet werden kann.

 

Weiterführende Links:


Projektberichte/Infos
Biodiversitätsdatenbank des Nationalparks Hohe Tauern

 

Broschüre
Vielfältiges Leben - Biodiversität in den Hohen Tauern


Tage der Artenvielfalt


Seit 2007 finden die Tage der Artenvielfalt im Nationalpark Hohe Tauern statt. Alljährlich markieren sie ein Highlight in der Forschungslandschaft der Biodiversität. An zwei Aufnahmetagen im Hochsommer begeben sich rund 70 bis 90 Experten aus unterschiedlichen Disziplinen auf die Suche, um die Tier- und Pflanzenwelt des NPHT ehrenamtlich zu erfassen. Im Durchschnitt werden bei einem Tag der Artenvielfalt 4.200 Datensätze zu 1.500 Arten gemeldet. Die Meldungen belegen die wichtige Rolle des Nationalparks Hohe Tauern als Refugium für seltene und teilweise extrem gefährdete Arten.

Die Tage der Artenvielfalt sind als zeitliche und räumliche Schwerpunktuntersuchungen gerade in einem Großschutzgebiet eine gute Methode, die Artenvielfalt systematisch zu erheben. Der interdisziplinäre Charakter dieser Fachveranstaltung ermöglicht es, nicht nur die traditionell gut untersuchten Organismengruppen sondern auch die weniger beachteten Gruppen zu berücksichtigen. Bei kaum einem anderen Ereignis lässt sich die Freude am Entdecken mit dem nützlichen Sammeln von naturschutzrelevanten Daten so hervorragend verknüpfen. Bisher konnten über die Tage der Artenvielfalt rund 43.000 Datensätze gesammelt werden.

 

Weiterführende Links:

 

Die Ergebnisse aus den Tagen der Artenvielfalt werden in Berichten zusammengefasst und können unter folgen Link abgerufen werden:

Tage der Artenvielfalt im Nationalpark Hohe Tauern

 


13. Tag der Artenvielfalt im Nationalpark Hohe Tauern

26. bis 28. Juli 2019 – Gößnitztal, Heiligenblut

Vom 26. bis 28. Juli 2019 steht der Nationalpark Hohe Tauern wieder ganz im Zeichen der Artenvielfalt. Im Jahr 2019 soll das Gößnitztal in der Nationalparkgemeinde Heiligenblut hinsichtlich seiner Artenvielfalt erhoben werden. Der jährlich durchgeführte Tag der Artenvielfalt ist für die Dokumentation und das Management im Nationalpark Hohe Tauern von besonderer Bedeutung. Gemeinsam mit dem Haus der Natur in Salzburg, welches die Biodiversitätsdatenbank des Nationalparks führt, wird diese Aktion seit 2007 jedes Jahr in einem anderen Tal des Nationalparks in Kärnten, Salzburg oder Tirol veranstaltet. Bisher konnten rund 48.000 Datensätze gesammelt werden, das sind rund 13 % des Gesamtdatenbestandes der Biodiversitätsdatenbank des Nationalparks Hohe Tauern.

 

Das Gößnitztal ist mit 9 km das längste Tal der Schobergruppe und war bis zum Jahr 2005 nur zu Fuß über einen alten, gepflasterten Steinweg erreichbar. Das typische Hängetal mündet mit einer 350 m hohen Steilstufe, davon 100 m als imposanter Wasserfall, in das Obere Mölltal. Das Untersuchungsgebiet reicht vom Ortsteil Winkl (1.280 m Seehöhe) und dem Gößnitzfall im Tal über die Almen, Bergwälder, alpinen Rasen und Bergseen bis zum höchsten Gipfel, dem Roten Knopf (3.281 m Seehöhe). Der Gößnitzbach weist eine Länge von 11,2 km und ein Einzugsgebiet von 39,5 km² auf und ist in seinem gesamten Verlauf naturbelassen. Der Name Gößnitz leitet sich vom slowenischen Wort für Ziege ab und hebt die almwirtschaftliche Bedeutung des Tales hervor.

 

Weitere Informationen: 

www.hohetauern.at/tagederartenvielfalt

 


Rückblick 12. Tag der Artenvielfalt

im Wildnisgebiet Sulzbachtäler

Vom 10. bis 12. August 2018 stand der Nationalpark Hohe Tauern zum 12. Mal ganz im Zeichen der Artenvielfalt – dieses Jahr im Wildnisgebiet Sulzbachtäler (Gemeinde Neukirchen am Großvenediger). Über 30 wissenschaftlich arbeitende Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den unterschiedlichsten botanischen und zoologischen Fachbereichen waren auch dieses Mal wieder mit dabei. Der jährlich durchgeführte Tag der Artenvielfalt ist für die Dokumentation und das Management im Nationalpark Hohe Tauern von besonderer Bedeutung. Gemeinsam mit dem Haus der Natur in Salzburg, welches die Biodiversitätsdatenbank des Nationalparks führt, wird diese Aktion seit 2007 jedes Jahr in einem anderen Tal des Nationalparks in Kärnten, Salzburg oder Tirol veranstaltet. Für die Erhebungen im Untersuchungsgebiet „Wildnisgebiet Sulzbachtäler“ wurden drei Erhebungszonen in den Hochgebirgslagen des Nationalparks Hohe Tauern ausgewählt.

 

Weiterer Bericht


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