Nationalpark Hohe Tauern

Autochthone Bachforelle


Urforelle


Die Bachforelle (Salmo trutta) ist in Europa „gefährdet“. Die Aussage mag überraschen, denn diese Art ist über Europa und Westasien weit verbreitet und wurde sogar in Fließgewässer Ostasiens, Afrikas, Nord- und Mittelamerikas, wie auch in Australien eingebürgert. Auch scheint die Bachforelle nicht auf den klassischen ‚Roten Listen‘ der gefährdeten Arten auf.

Mit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren ent­wickelten sich in den großen Flusssystemen Europas genetisch unterschiedliche Bachforellenlinien. Der in den Gewässern des Nationalparks heimische Donau­Typus droht auszusterben, da in den letzten 40 Jahren vor allem die rascher wachsende Forelle des Atlantischen Typus als Zuchtmaterial für den Besatz verwendet wurde. Dadurch ist die Donaubachforelle nahezu verschwunden bzw. genetisch mit der atlantischen Bachforelle vermischt. Wertvol­le biologische Ressourcen verschwinden so in alarmierendem Aus­maß. Zusätzlich haben Untersuchungen gezeigt, dass in Gewässern mit Bachsaiblingen die Bachforellen immer weiter zurückgedrängt werden.


Monitoring

  • Einheitliche Mindeststandards in allen drei Nationalpark-Ländern
  • Jährliche Kontrollbefischung zur Erhebung der Überlebensrate, Wiederfangrate, Standorttreue, Wachstum, Reproduktionsvermögen und das Aufkommen von Brut und Jungfischen. Der Schwerpunkt liegt im Monitoring des Eigenaufkommens und der Bestandserhaltung ohne Besatzeingriffe. Stichprobenkontrolle der Genetik im Zuge von Kontrollbefischungen (im Jahr 2013).
  • Erfassung von Gewässertemperatur (Datalogger) und Hochwasserereignissen

 

Besatzmaßnahmen

Die Besatzmaßnahmen der Vorjahre sind ausreichend und in weiterer Folge liegt der Schwerpunkt in der Bestandskontrolle und Überwachung der Eigenreproduktion. Weitere Besatzmaßnahmen erfolgen nur auf Basis der Ergebnisse des Monitorings.


Projektgewässer

Kärnten:

Dösenbach (Eigenrevier Nationalpark Hohe Tauern)

Salzburg:

Windbach, innere Fuscher Ache und Anlaufbach

Tirol:

Dorfertal Kals (ab Dabaklamm) mit Seebach, Trojeralmbach (St. Jakob)

 

Weiterführende Links

 

Projektberichte/Infos

Autochthone Bachforellen im Nationalpark Hohe Tauern (Urforelle)

Projektbroschüre

Trout Exam Invest - Autochthone Bachforellen - Die „Urforelle“


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