Nationalpark Hohe Tauern

East-Alp Eagle Alliance


Management neuer eis- und permafrostfreier Gebiete in den Alpen – Schutz und Vermittlung neuer Ökosysteme in alpinen Schutzgebieten und darüber hinaus.


AfterAlpineIce: Schutz neuer Ökosysteme nach dem Gletscherrückgang in den Alpen

Wie verändern sich die Ökosysteme der Alpen, wenn Gletscher zurückgehen und neue eis- und permafrostfreie Flächen entstehen? Das europäische Projekt AfterAlpineIce entwickelt Strategien für den Schutz, das Management und die langfristige Beobachtung dieser neuen Lebensräume. Gemeinsam mit alpinen Schutzgebieten, Forschungseinrichtungen und weiteren Partnerorganisationen setzt sich das Projekt für den Erhalt der Biodiversität und einen verantwortungsvollen Umgang mit den Landschaften im Wandel ein.
Projektlaufzeit: September 2026 bis August 2029
Projektregion: Alpenraum
Beteiligte Länder: Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Slowenien und die Schweiz

Warum ist der Schutz neu eisfreier Gebiete wichtig?

Der Klimawandel wirkt sich auf den Alpenbogen stärker aus als auf viele andere Naturräume. Dies hat unmittelbare Folgen für die Masse und Verbreitung der Gletscher sowie für die Ökosysteme in ihrem Umfeld. Gletscher sind nicht nur prägende Landschaftselemente der Alpen, sondern auch zentrale Bestandteile der Gebirgsökosysteme: Ihr Rückzug verändert den Wasserkreislauf, beeinflusst die Bodenbildung und führt zu Veränderungen des lokalen Mikroklimas.
Gleichzeitig entstehen auf den Flächen, die durch den Rückzug des Eises freigelegt werden, neue Ökosysteme. Es ist daher entscheidend zu verstehen, wie sich die Biodiversität unter diesen veränderten Bedingungen entwickelt. Diese Veränderungen bringen ökologische Herausforderungen und Anforderungen an das Gebietsmanagement mit sich, mit denen bisher kaum Erfahrungen vorliegen. 
AfterAlpineIce setzt genau hier an: Das Projekt untersucht die Veränderungen in neu eisfreien Gebieten und erarbeitet Strategien, um ihre Ökosysteme zu schützen und mögliche Naturgefahren besser zu kommunizieren.

Was ist das Ziel von AfterAlpineIce?

Das Projekt AfterAlpineIce untersucht diese Entwicklungen und verfolgt das Ziel, neue Strategien und konkrete Schutzmaßnahmen für die entstehenden eisfreien Gebiete und ihre Ökosysteme zu erarbeiten. Dafür werden mehrere Pilotgebiete im Bereich alpiner Gletschervorfelder – unter anderem im Nationalpark Hohe Tauern - einbezogen, die sich in unterschiedlichen Phasen des Gletscherrückgangs befinden. Diese Vielfalt ermöglicht es den Projektpartnern, das Phänomen besser zu verstehen, Erfahrungen auszutauschen und wirksamere Schutzstrategien zu entwickeln.

Darüber hinaus erarbeitet das Projekt Kommunikationsinstrumente, um das Bewusstsein aller relevanten Akteure – beispielsweise Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie Akteuren der erneuerbaren Energieversorgung – zu stärken. Gleichzeitig sollen Besucherinnen und Besucher, Outdoor-Sportlerinnen und -Sportler sowie die lokale Bevölkerung über mögliche Naturgefahren informiert werden.

Da sich die meisten Gletscher der Alpen innerhalb von Schutzgebieten befinden, bringt das Projekt eine breite Partnerschaft aus Nationalparks, Naturreservaten und weiteren Gebieten zusammen, in denen die neuen Strategien erprobt werden. Ergänzt wird diese durch Netzwerke von Schutzgebieten, wissenschaftliche Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Da der gesamte Alpenraum von dieser Entwicklung betroffen ist, können wirksame Lösungen nur durch gemeinsame Strategien und grenzüberschreitende Zusammenarbeit erreicht werden.

Die vier zentralen Projektziele

  • Ein besseres Verständnis der wichtigsten Gefährdungen und Chancen für neu eisfreie Gebiete ermöglichen.
  • Den Schutz der Gletschervorfelder fördern, damit sich neue Primärökosysteme entwickeln können.
  • Das Bewusstsein für den Gletscherrückgang und die damit verbundenen neuen Risiken stärken.
  • Gemeinsame Aktions- und Kommunikationspläne in das Management alpiner Schutzgebiete integrieren

 

Welche Maßnahmen setzt AfterAlpineIce

  • Bestehende Monitoringaktivitäten zu Gletschern und Gletschervorfeldern in den Alpen erfassen und analysieren.
  • Eine Methodik entwickeln, um unterschiedliche Biodiversitätsmonitoring-Aktivitäten miteinander kompatibel und vergleichbar zu machen.
  • Einen Alpenweiten Aktionsplan für das Management und den Schutz der neu eisfreien Gebiete erarbeiten.
  • Einen Kommunikationsplan entwickeln, um das Bewusstsein für diese Thematik im gesamten Alpenraum zu stärken.
  • Die Projektergebnisse in das im Projekt AlpsLife entwickelte Konzept eines Frühwarnsystems für die alpine Biodiversität integrieren.
  • Ein Gletscherobservatorium für das langfristige Biodiversitätsmonitoring in Gletschervorfeldern einrichten.

 

Für wen ist das Projekt relevant?

AfterAlpineIce richtet sich an unterschiedliche Akteure, die sich mit dem Schutz und Management alpiner Landschaften sowie den Auswirkungen des Klimawandels beschäftigen.
Zu den wichtigsten Zielgruppen gehören:

  • Verantwortliche für das Management alpiner Schutzgebiete, die vom Gletscherrückgang betroffen sind
  • Nationale und regionale Behörden aus den Bereichen Umwelt, Landwirtschaft, Raumplanung und Wasserwirtschaft
  • Alpenweite Organisationen und Institutionen, darunter die Alpenkonvention und die EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP)
  • Forschungseinrichtungen und Organisationen, die sich mit Gletscherforschung, Renaturierung und Naturschutz befassen
  • Besucherinnen und Besucher von Hochgebirgsregionen und alpinen Schutzgebieten

Durch gezielte Kommunikation sollen relevante Akteure für die Bedeutung neu eisfreier Gebiete, deren ökologische Entwicklung und mögliche Naturgefahren sensibilisiert werden.

 

Projektpartner:

ALPARC – Netzwerk Alpiner Schutzgebiete (Frankreich, Lead Partner)
Asters – Organisation für den Schutz natürlicher Gebiete in Hochsavoyen (Frankreich)
Französische Naturschutzgebiete (Frankreich)
Nationalparkverwaltung Berchtesgaden (Deutschland)
Naturpark Julische Voralpen (Italien)
Naturpark Adamello-Brenta mit Geopark (Italien)
Nationalpark Gran Paradiso (Italien)
CIPRA International Lab GmbH (Österreich)
Sekretariat des Nationalparkrates Hohe Tauern (Österreich)
Nationalpark Triglav (Slowenien)
Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL, Schweiz)
Stiftung UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch (Schweiz)

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Projektdauer und Finanzierung
Projektlaufzeit: September 2026 bis August 2029
Gesamtprojektbudget: 2.882.706,25 Euro
Fördermittel des Programms: 2.008.047,18 Euro

Weitere Informationen (englisch): AfterAlpineIce – Website des Interreg-Alpenraumprogramms

AfterAlpineIce: Gemeinsam die Zukunft der Alpen gestalten

Der Rückgang der Gletscher verändert die alpinen Landschaften und lässt neue Ökosysteme entstehen. Um diese Gebiete langfristig zu schützen, braucht es wissenschaftliche Erkenntnisse, abgestimmte Managementstrategien und eine enge Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg.
AfterAlpineIce schafft dafür eine gemeinsame Grundlage. Durch Biodiversitätsmonitoring, alpenweite Aktionspläne und gezielte Kommunikation unterstützt das Projekt die Entwicklung langfristiger Strategien für den Schutz neu eisfreier Gebiete und ihrer Ökosysteme.