Am 27. Mai fand in Großkirchheim die 52. Sitzung des Nationalparkkomitees Hohe Tauern Kärnten statt. Im Mittelpunkt standen aktuelle Berichte aus dem Nationalpark, die Weiterentwicklung der Kulturlandschaft, ein Zwischenbericht zur Almnutzungserhebung sowie die Beratung und Beschlussfassung über Förderanträge des Nationalparkfonds Hohe Tauern.
Nationalparkreferentin LR.in Marika Lagger-Pöllinger hob im Anschluss an die Sitzung die Bedeutung des Komitees als zentrale Plattform für Abstimmung, Zusammenarbeit und Weiterentwicklung hervor. „Der Nationalpark Hohe Tauern ist eine der größten Errungenschaften im Bereich des Natur- und Umweltschutzes. Er ist Naturjuwel, Lebensraum und Zukunftsraum zugleich – aber auch ein Best-Practice-Beispiel für erfolgreiche Gemeindekooperation. Ohne das gemeinsame Vorgehen der Nationalparkgemeinden könnte ein Schutzgebiet dieser Qualität nicht bestehen. Gleichzeitig ist der Nationalpark nicht nur Natur-, sondern auch Kulturlandschaft. Deshalb braucht es die ständige Einbindung der Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer auf Augenhöhe“, so Lagger-Pöllinger.
Die Sitzung wurde vom Vorsitzenden des Nationalparkkomitees, Bürgermeister Martin Lackner, eröffnet. Auf der Tagesordnung standen der Bericht der Nationalparkreferentin, auch der Bericht der Nationalparkverwaltung durch Mag.ª Barbara Pucker, der Zwischenbericht zur Almnutzungserhebung durch die Naturraumplanung Egger Klagenfurt sowie das Kulturlandschaftsprogramm Nationalpark Hohe Tauern.
Bürgermeister Lackner Martin, Heiligenblut am Großglockner, Vorsitzender des Nationalparkkomitees:
„Es freut mich, dass mit Frau Landesrätin Lagger Pöllinger das Referat Nationalparke und Naturschutz eine Persönlichkeit mit viel Erfahrung im Bereich der Kommunalpolitik übernimmt. Die Einbindung der Grundbesitzer in die laufenden Prozesse ist wesentlich, für eine positive Entwicklung des Nationalparks Hohe Tauern Kärnten. Von großer Bedeutung wird es in Zukunft sein, Prozesse zu implementieren, welche sich neben der Förderung der Kulturlandschaft und Naturlandschaft auch wesentlich um die wirtschaftliche Entwicklung und somit die Absicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in unserer Region zu widmen, um der starken Abwanderung entgegen zu wirken und um jungen Menschen und Familien eine attraktive Perspektive zum Wohnen und Arbeiten im der Nationalparkregion Hohe Tauern zu geben.“
Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Naturschutz, traditionelle Nutzung und regionale Entwicklung auch in Zukunft erfolgreich miteinander verbunden werden können. Für Lagger-Pöllinger ist gerade dieser Ausgleich eine der großen Stärken des Nationalparks: „Der Nationalpark Hohe Tauern steht nicht für ein Entweder-oder, sondern für ein verantwortungsvolles Miteinander. Der Schutz der Natur, die Pflege der Kulturlandschaft und die Lebensqualität in den Nationalparkgemeinden gehören zusammen.“
Auch die Förderanträge des Nationalparkfonds Hohe Tauern waren Teil der Beratungen. Sie ermöglichen konkrete Projekte in der Region und tragen zur praktischen Umsetzung der Ziele des Nationalparks bei. „Förderungen sind dort besonders wirksam, wo sie vor Ort ankommen: bei Maßnahmen für die Kulturlandschaft, bei der Besucherlenkung, bei regionalen Projekten und bei der nachhaltigen Weiterentwicklung des Nationalparks“, betonte Lagger-Pöllinger.
Die Nationalparkverwaltung spielt dabei eine zentrale Rolle in der fachlichen Begleitung, Umsetzung und Koordination der laufenden Programme.
Mag.ª Barbara Pucker, Nationalparkverwaltung:
„Der Nationalpark Hohe Tauern zeigt eindrucksvoll, wie Naturschutz, nachhaltige Nutzung und regionale Entwicklung erfolgreich ineinandergreifen können. Entscheidend dafür ist die enge Zusammenarbeit mit den Nationalparkgemeinden, den Bewirtschafterinnen und Bewirtschaftern sowie unseren Partnerinnen und Partnern. Gemeinsam gelingt es, die wertvolle Kulturlandschaft zu erhalten und zugleich zukunftsorientierte Projekte im Sinne des Schutzgebietes weiterzuentwickeln. Ein besonderer Fokus liegt künftig auf der Stärkung der ökologischen Konnektivität zwischen den Kärntner Großschutzgebieten – dem Nationalpark Hohe Tauern, dem Biosphärenpark Nockberge sowie den Naturparken Weißensee und Dobratsch. Ziel ist es, wertvolle Naturräume noch besser miteinander zu vernetzen, ökologische Korridore langfristig zu sichern und damit die biologische Vielfalt sowie widerstandsfähige Ökosysteme für kommende Generationen zu bewahren“, betont Nationalparkdirektorin Barbara Pucker.
Lagger-Pöllinger dankte abschließend allen Mitgliedern des Nationalparkkomitees für die konstruktive Zusammenarbeit: „Der Nationalpark Hohe Tauern lebt vom Engagement vieler Menschen. Dieses Miteinander bildet die Grundlage dafür, dass Kärnten seinen Teil dieses einzigartigen Naturraums schützt, stärkt und verantwortungsvoll weiterentwickelt.“