Nationalpark Hohe Tauern

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Greifvögel April 2021


Die heurige Brutsaison bei den Bartgeiern hat im Jänner bereits begonnen, mittlerweile sind wir schon in der Aufzuchtzeit der Küken. Im Folgenden wird über die aktuelle Situation der Geier berichtet und ein Blick in die Zukunft gerichtet.

Vielen DANK an ehrenamtlichen Beobachter/-innen, die ihre Sichtungen gemeldet haben. Das Greifvogel-Team ersucht auch weiterhin, Beobachtungen unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu melden.


Inhaltsverzeichnis
Bartgeier-Brutsaison 2021 - leider nicht so wie erwartet
Erster Überblick über die Reproduktion 2020/21 in den Alpen und in Korsika
Wo waren unsere besenderten Bartgeier?
Weitere Bartgeierbeobachtungen
Besenderte Gänsegeier & Mönchsgeier
Infos Ausstellungen & Social Media
Termine



Die großen Erwartungen an die Bartgeier-Brutsaison 2021 in den Hohen Tauern wurden leider nicht erfüllt

Im Jahr 2020 haben sich neben den bekannten Brutpaaren der Reviere Rauris und Katschberg gleich mehrere neue Paare in den Hohen Tauern gebildet. Im Spätsommer 2020 siedelte sich im Kleinen Fleißtal in der Gemeinde Heiligenblut ein neues Paar an und das junge Paar vom Gasteinertal wechselte über den Alpenhauptkamm ins benachbarte Seebachtal der Gemeinde Mallnitz. Im Matreier Tauerntal etablierte sich aus dem zuvor immer wieder zu beobachtenden Trio ein Paar und in Prägraten wurde laufend das dortige Paar beobachtet.
Vor allem bei noch jungen Bartgeierpaaren kommt es häufig vor, dass die erste Brut nicht klappt. Denn das Brutgeschäft braucht Übung und die beiden Partner müssen gut harmonieren. Es gilt, das Ei während knapp zwei Monaten bei eisigen Temperaturen ständig warm zu halten. Daher muss die Ablösung gut abgestimmt sein, sonst riskieren die Eltern, dass das Ei auskühlt und der Embryo abstirbt. Und ein Wechsel ist in einem Horst mit beengten Platzverhältnissen oft nicht einfach. Doch auch bei warmen Temperaturen darf das Ei nicht alleine gelassen werden – zu schnell nutzen Kolkraben diese Chance.
Möglicherweise aufgrund dieser Tatsachen führten die Ergebnisse des Horstmonitorings 2021 zu einer gewissen Ernüchterung.

 

Paar Rauris

Das Weibchen Alexa (Rauris 1988) und das Männchen Andreas Hofer (Rauris 1996) waren 2010 das erste erfolgreiche Brutpaar Österreichs seit Beginn des Wiedereinbürgerungsprojektes in den Alpen. Im Krumltal brüteten sie seither siebenmal erfolgreich. Die Eiablage erfolgte in der heurigen Brutsaison vor dem 11. Jänner im Horst, der auch bereits 2019 genutzt worden war. Erfreulicherweise wurde am 9. März das Füttern eines Kükens beobachtet, nachdem bei einer Kontrolle zwei Tage zuvor noch von kein Schlupf auszugehen war. Somit schien es, dass auch in dieser Brutsaison mit Nachwuchs gerechnet werden dürfte. Doch eine neuerliche Horstkontrolle am 25. März brachte den Abbruch der diesjährigen Brutaktivitäten zu Tage. Höchstwahrscheinlich dürfte das Küken innerhalb der ersten Tage nach dem Schlupf verendet sein. Das Paar ist jedoch sehr vertraut und wird gewiss nächste Saison wieder aktiv am Brutgeschehen mitwirken.


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Paar Katschberg

Hubertus 2 (Kals 2004) und Romaris (Kals 2007) brüten heuer in einem tiefer gelegenen Horst in ihrem Revier, den sie seit längerem nicht mehr genutzt hatten. Der Brutbeginn lag um den 12. Jänner, etwas früher als in den letzten Jahren, zwischen 10. und 12. März kam es zum Ausschlüpfen des Jungvogels. Mit dem Ausflug des Junggeiers ist, sofern keine unerwünschten Störungen auftreten, Mitte Juli zu rechnen. Der heurige Jungvogel ist der neunte „wilde“ Jungvogel aus dem Revier Katschberg und der achte dieses Brutpaares, welches somit das erfolgreichste Paar in Österreich darstellt.

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Paar Gschlöß

Nachdem sich das im Vorjahr gebildete Trio aufgelöst hatte, wird das hintere Tauern- und das Gschlößtal seit dem Sommer vermutlich wieder von Pinzgarus (Rauris 2008) und Glocknerlady (Heiligenblut 2012) beflogen. Das Paar hat im Herbst einen bereits bestehenden Horst weiter ausgebaut. Die Eiablage erfolgte vor dem 9. Jänner. Bis zur Fertigstellung dieses Newsletters konnte jedoch trotz zahlreicher Kontrollen durch mehrere Bartgeierfreunde noch kein Füttern eines Kükens beobachtet werden. Von Beginn an brütete das Paar sehr unruhig, Positionswechseln des brütenden Vogels und Wenden der Eier erfolgten während der gesamten Brutzeit in kurzen Abständen (30 bis 45 Minuten). Dies kann als Ursache die Unerfahrenheit des Paares haben oder auf Störungen hinweisen. Normalerweise wenden Bartgeier ihre Eier im Abstand von 60 bis 75 Minuten. Mittlerweile ist davon auszugehen, dass es auch bei diesem Paar zu einem Brutabbruch gekommen ist. Das lange „Nachsitzen“ deutet auf ein unbefruchtetes Gelege oder auf einen ganz früh abgestorbenen Embryo hin.

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Paar Prägraten

Die Situation in Prägraten ist aktuell unklar, obwohl im Herbst das Revier vom gleichen Paar wie im Vorjahr beflogen wurde und vieles auf eine Brut hindeutete. Im Zuge von drei Kontrollen im Zeitraum zwischen 6. Februar und10. März konnte jedoch immer nur ein adultes Weibchen am Horst bauend beobachtet werden. Bei diesem Vogel dürfte es sich wie in den letzten Jahren vermutlich um Joker (Mallnitz 2003) handeln. Ein zweiter Vogel konnte bei den Kontrollen aber nie gesehen werden.
Seit Dezember 2020 fliegt gemäß den GPS-Positionen des Senders im hinteren Virgental Männchen Lea (Kals 2015). Um den Jahreswechsel wurde dieser Bereich auch von Fortuna (Kals 2015) besucht – siehe auch Abbildung 7 -, möglicherweise war dies der Grund, dass Lea zwischen 3. und 6. Jänner das Gebiet großräumig Richtung Westen verließ. Anschließend verlegte er seinen Aufenthaltsschwerpunkt wieder in das hintere Virgental, doch schickte sein Sender aus dem Seitental mit dem Horst zunächst nur sehr wenige GPS-Positionen. Erst ab Anfang Februar wurden häufiger Positionen aus diesem Tal übermittelt. Immer wieder mal übernachtet er oberhalb des Brutplatzes. Bis auf eine mögliche Sichtung im Bereich Bodenalm/Sajathütte am 1. Februar gibt es keine Hinweise darauf, dass er mit dem adulten Weibchen gemeinsam unterwegs gewesen wäre. Im Zuge der Vor-Ortkontrollen hielt sich Lea nie im Tal mit dem Bruthorst auf.
Nachdem es bis zum 10. März zu keiner Eiablage gekommen ist, kann eine Brut für dieses Jahr ausgeschlossen werden. Kontrollen zeigten, dass auch der 2018 benutzte Horst im Nachbartal, unbeflogen war.

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Paar Heiligenblut

Im Sommer entdeckten die Bartgeierfreunde Elfi und Jürgen Petrikat ein neues Paar im Kleinen Fleißtal in der Gemeinde Heiligenblut. Aufgrund der vielen GPS-Positionen aus diesem Bereich war schnell klar, dass es sich beim Männchen um Fortuna (Kals 2015) handeln musste. Das Weibchen konnte noch nicht identifiziert werden. Schon im Sommer begannen die beiden adulten Geier mit dem Ausbau eines alten Steinadlerhorstes im Taleingang. Aufgrund des Alters der Geier, der intensiven Horstbautätigkeiten und der zahlreich beobachteten Kopulationen galt ein Brutbeginn als sehr wahrscheinlich. Im Zuge der mehrmaligen Kontrollen konnte aber bis zum 18. März keine Eiablage an diesem hoch gelegenen Horst bestätigt werden. Interessanterweise ist in den letzten Wochen die Anzahl der Beobachtungen sehr zurückgegangen, Paarsichtungen wurden aktuell keine mehr gemeldet.

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Paar Mallnitz

Erstmals seit 2016 wird das Mallnitzer Seebachtal wieder von einem Bartgeierpaar beflogen. Felix2 (Debant 2014) und Charlie (Untersulzbachtal 2016) sind im Spätsommer 2020 vom Gasteinertal nach Mallnitz gewechselt und haben begonnen einen der dortigen Bartgeierhorste auszubauen. Im Winter zeigten die beiden intensive Horstausbauaktivitäten. Trotz des jungen Alters von Charlie bestand berechtigte Hoffnung auf eine Eiablage. Bei den mehrmaligen Kontrollen konnten aber keine Kopulationen und schlussendlich keine Eiablage beobachtet werden. Das junge Paar fliegt nach wie vor gemeinsam im Raum Mallnitz und scheint sich fest in dem Revier etabliert zu haben.

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Brutsituationen im Tiroler Oberland

Im Lechtal läuft nach telefonischer Auskunft des dortigen Berufsjägers das Brutgeschehen gut weiter voran. Heuer wird ein neuer Horst genutzt, welcher schwer einsehbar ist. Aktuell ist die Straße in das Lechtaler Seitental aus Lawinensicherheit noch gesperrt, eine detaillierte Horstkontrolle kann daher erst ab Mitte Mai erfolgen. Hier besteht aber die berechtigte Hoffnung auf eine neuerlich erfolgreiche Brut.

Im Ötztal ist entgegen kurzfristiger Vermutungen mit keiner Brut in dieser Saison zu rechnen. Der Horst in der Region um Zwieselstein wurde im Herbst gut ausgebaut, ist aber nach Kontrolle durch die beiden Geierfreunde Wolfi Fritz und Florian Egger Ende März nicht beflogen. Aber erfreulicherweise konnte Wolfi Fritz bereits Ende Februar im Bereich Huben ein weiteres junges Paar entdecken. Hier wird sich in den kommenden Jahren gewiss im Brutgeschehen viel bewegen und im Zusammenhang mit dem im benachbarten Pfossental etablierten Brutpaar, das auch heuer wieder brütet, wird sich im Ötztal die Bartgeierpopulation gut weiterentwickeln. Auch in den benachbarten Kauner-, Pitz- und Radurschltal werden immer wieder adulte Bartgeier beobachtet, langfristige Entwicklungen sind aber noch offen.

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Im Paznauntal besteht die Hoffnung auf ein weiteres Brutpaar, auch im Bereich Galltür wurde im Herbst/Winter ein Paar mehrmals beobachtet, ein Horst konnte aber bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht entdeckt werden. Wie weit dieses Tal allerdings von den bestehenden Brutpaaren in Martina (Spiess) und im Val Sinestra beflogen wird, ist unklar. In Martina wird bereits gefüttert, im Val Sinestra konnte ein erfolgreicher Schlupf noch nicht bestätigt werden.

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Erster Überblick über die Reproduktion 2020/21 in den Alpen und in Korsika

Von den lokalen Koordinatoren des Internationalen Bartgeiermonitorings (IBM) wurden in dieser Brutsaison bei 55 von 69 potentiellen Brutpaaren in den Alpen und auf Korsika Eiablagen gemeldet. In neun Gebieten wurde zum ersten Mal eine Brut beobachtet, unter anderem im französischen Naturpark Vercors – die bis dato westlichste Brut im Alpenraum. Bereits Mitte Dezember erfolgte die erste Eiablage im Valle del Braulio (I), seit Anfang Februar wird das Küken gefüttert. Insgesamt ist bis zum Redaktionsschluss bei 27 Bruten im Alpenraum schon ein Küken geschlüpft und wird fürsorglich aufgezogen. In den kommenden Wochen werden sicherlich noch weitere folgen, denn aufgrund der Lawinengefahr konnte noch nicht jedes Gebiet kontrolliert werden. Die nachfolgende Grafik zeigt die Verteilung der bisherigen Brutmeldungen.

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Wo waren unsere besenderten Bartgeier?

Bartgeier Lucky befliegt mit großer Wahrscheinlichkeit das Ötztal

Während seine Schwester Charlie ihr Revier im Seebachtal bezogen hat, befliegt Lucky (Untersulzbachtal 2016) mit großer Wahrscheinlichkeit weiterhin das Ötztal mit Schwerpunkt der südlichen Bereiche von Huben. Er dürfte dort sein Revier gemeinsam mit einer Partnerin gefunden haben, wie seine alten relativ engräumigen Positionsdaten aus dem Vorjahr belegen. Das genaue Revierzentrum konnte jedoch bisher noch nicht lokalisiert werden.

Bartgeier Caeli überwintert primär in Südtirol

Caeli (Mallnitz 2018) hatte den Schwerpunkt seiner Erkundungsflüge über den Winter 2021 vorwiegend in den südlichen Ötztaler und Stubaier Alpen sowie im Raum Nationalpark Stilfserjoch. Nur Mitte Februar machte er einen mehrtägigen Ausflug auf die Alpen Nordseite und erkundete die Berge der Nordkette und des Wetterstein Gebirges.

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Bartgeier Kasimir hat seinen Sender verloren

Am 6. Oktober muss der gut konstituierte Junggeier Kasimir (Mallnitz 2018) seinen GPS-Sender in Hüttschlag verloren haben, denn ohne irgendwelche vorhergehenden Mortalitätssignale wurden nur mehr Positionen aus dem gleichen Umfeld gesendet. Leider kam es zu dieser Zeit zu einem tagelangen extremen Wintereinbruch, wodurch die Suche nach dem Sender aufgrund der Lawinensituation unmöglich war. Seither konnten keine Sichtbeobachtungen direkt Kasimir zugeordnet werden, da seine Markierungsmuster infolge seiner Mauserung nicht mehr erkennbar sind und keine Fotodokumentationen eines jüngeren Bartgeiers mit seinen individuellen Ringfarben beim Greifvogelteam einlangten. Einzelne Geierbeobachtungen im Winter aus dem Bereich Hüttschlag könnten aber auf Kasimir hindeuten, da er zuvor den Grenzbereich Hohe zu den Niederen Tauern regelmäßig beflogen hatte.

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Geiermeldungen aus Österreich

Dem Greifvogel-Team wurden im heurigen ersten Quartal neben Beobachtungen von territorialen Geiern auch zahlreiche Beobachtungen von jungen Bartgeiern aus den Hohen Tauern, Nordtirol und Vorarlberg übermittelt. Dabei wurden einige Male jeweils zwei junge Geier bei ihren Flügen gesichtet. Mehrere Beobachter haben neben Fotos auch tolle Videos zur Dokumentation ihrer Sichtungen mitgeschickt – vielen DANK dafür! Ein spezielles Video war der Besuch eines immaturen Bartgeiers bei starkem Schneegestöber im Wildpark Ferleiten. Die meisten dieser Beobachtungen wurden im Zuge von Skitouren und Winterwanderungen gemacht, aber auch bei Arbeitseinsätzen wie Instandhaltung von Lawinensprenganlagen, Revier-Kontrollgängen oder bei Fütterungen etc.. Diese Sichtmeldungen sind sehr wertvoll und ergänzen die Daten aus dem Horstmonitoring.

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Gänsegeier

Wo überwintern die Gänsegeier, welche im Sommer in den Nationalpark kommen?

Aus den bisherigen Erfahrungen ist bekannt, dass der Großteil der Gänsegeier, die den Sommer in den Hohen Tauern verbringen, aus Friaul, Kroatien und dem Balkangebiet kommen. Sichtbeobachtungen von markierten oder beringten Gänsegeiern sowie GPS-Positionen von besenderten Individuen dokumentieren mittlerweile aber auch, dass auch aus Spanien, Frankreich, Serbien, Bulgarien und Griechenland jüngere Tiere zur Nahrungssuche in die Hohen Tauern einfliegen. Eine aktuelle Auswertung von Daten besenderter Gänsegeier, welche in Zusammenarbeit mit der Geierstation in Lago di Cornino (I) in den letzten Jahren mit GPS-Sendern ausgestattet wurden, bestätigt dies sehr eindrucksvoll. Die Flugbewegungen besenderter Gänsegeier können unter https://hohetauern.at/de/forschung/greifvogelmonitoring/gaensegeier-und-moenchsgeier nachverfolgt werden.
In der Regel kommen die ersten Gänsegeiertrupps zu Beginn der Alpperiode in die Hohen Tauern, die Mehrzahl erst im Sommer. Erste Sichtbeobachtungen von Gänsegeier können jedoch schon vorher im Zuge von Erkundungsflügen in Österreich erfolgen. So wurden heuer erste Meldungen von Gänsegeier-Beobachtungen vom 30. März aus Tragöss und vom 3. April aus Döllach an das Greifvogelteam weitergeleitet.

Gänsegeier FB 4 überwintert in den französischen Voralpen der Baronnies

Der am 1. Juni 2019 in der Geierstation Lago di Cornino besenderte Gänsegeier FB 4 verbrachte seinen ersten Sommer in den Hohen Tauern. Nach der Überwinterung in Friaul startete er im Frühjahr 2020 einen Flug in den Südwesten der Alpen. In nur zwei Tagen flog er direkt von Friaul entlang des südlichen Alpenrandes bis in den Naturpark Alpi Marittime. Nach einem kurzen Stopp ging sein Erkundungsflug über die südlichen Seealpen weiter bis in das französische Verdongebiet. Im Sommer beflog er dann die gesamten Südwestalpen sowie die französischen Voralpen. Den vergangenen Winter verbrachte er nun schwerpunktmäßig in den Voralpen der Baronnies. Das Greifvogel-Team ist sehr gespannt, ob sein Weg im Sommer wieder zurück in die Hohen Tauern führen wird.

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Gänsegeier FB 5 befliegt im Winter die Karnischen Voralpen und die Julischen Alpen

Im Vergleich zum Gänsegeier FB 4 verbrachte der Geier FB 5 den Winter wie gewohnt im Umfeld der Geierstation in Lago di Cornio (I) und er startete bis dato noch nicht zu weiteren Erkundungsflügen. Er bewegte sich nur in den Karnischen Voralpen und den Julischen Alpen. Mit Spannung werden seine weiteren Flüge beobachtet werden und hoffentlich verbringt er den Sommer wieder in den Hohen Tauern.

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Gänsegeier FD 3 genießt Spanien

Nach seinem Sommeraufenthalt in den Hohen Tauern startete dieser „Weißkopfgeier“ seine Tour in mehreren Etappen bis nach Spanien. Den Winter verbrachte er im Bereich der Zentralen Kordilleren westlich von Madrid und dem Kantabrischen Gebirge westlich von Pamplona. Spanien ist die Gänsegeier-Hochburg in Europa, hier leben rund 90% aller europäischen Gänsegeier. Aber diese sind, wie das Beispiel dieses Geiers beweist, auch eng mit der gesamten europäischen Population vernetzt.

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Gänsegeier F 75 ebenso ein Spanier

Dieser Geier nutzt im ersten Quartal dieses Jahres hingegen den Gebirgszug um den Naturpark Serrana de Cuenca zwischen Madrid und Valencia.
Der Gänsegeiers F 75 wurde am 4.07. 2017 in der Geierstation in Lago di Cornino (I) besendert und liefert seither interessante Details zu seinen Flugbewegungen. Seine Positionsdaten belegen einmal mehr, welch große Aktionskreise diese Art haben kann und wie wichtig internationale Zusammenarbeit zum Schutz und zur Erhaltung der Gänsegeier ist. 

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Der bulgarische Gänsegeier BY 8 überwintert auf den Kvarner Inseln

Der im Februar 2020 in Bulgarien besenderte Junggeier verbrachte den Sommer 2020 in den Hohen Tauern und kehrte im Herbst nicht mehr in sein Heimatland zurück. Er überwinterte traditionell wie viele Gänsegeier, welche die Hohen Tauern als Übersommersgebiet nützen, auf den Inseln Cres, Krk und Mali Losinj. Mit großer Wahrscheinlichkeit kann angenommen werden, dass dieser Geier im Sommer wieder in die Alpen einfliegen wird.

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Mönchsgeier Riga befliegt im Winter Griechenland

Das im Jahre 2018 im Zuge eines internationalen LIFE-Projektes in Bulgarien ausgewilderte Mönchsgeier-Weibchen Riga verbrachte wie im Vorjahr den Winter im Westen Griechenlands. Am 23. März startete sie den Rückflug nach Bulgarien. Nach einer langen Abwesenheit von Bulgarien wurde sie am 30. März vom Geierteam der Organisation Green Balkans gemeinsam mit fünf Gänsegeiern und einem zweiten Mönchsgeier beim Aasfressen eines Weideviehs beobachtet.
Das Greifvogel-Team ist gespannt, ob sie im kommenden Sommer zu ihren dritten „Sommerurlaub“ wieder in die Hohen Tauern kommen wird. Großer Dank geht an die bulgarischen Kollegen für die Bereitstellung ihrer GPS-Senderdaten für das Monitoring der Mönchsgeier in Österreich!!!!

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Haus „Könige der Lüfte“

Diese Erlebnisausstellung widmet sich den großen Greifvögeln des Nationalparks Hohe Tauern - den Bartgeiern, Gänsegeiern und Steinadlern. Besucher/-innen können anhand von Tierpräparaten, Filmen und interaktiven Spielen viel Interessantes und Wissenswertes über ihre Lebensweisen, die biologischen Besonderheiten und das Wiedereinbürgerungsprojekt der Bartgeier in den Alpen erfahren.
Das Haus „Könige der Lüfte“ in Rauris/Wörth hat heuer im Sommer folgende, geplante Öffnungszeiten (bitte Covid-19 Regelungen zu beobachten):

13. Mai bis 30. Juni täglich von 14:00 – 18:00 Uhr,
01. Juli bis 05. September von 10:00 – 18:00 Uhr
06. September bis 26. Oktober von 14:00 – 18:00 Uhr.

Weitere Informationen unter 06562/40849-33.

Kennen Sie schon unsere SocialMedia Kanäle?

Auf Facebook und Instagram finden sie immer wieder spannende und aktuelle Berichte und Bilder über den Nationalpark sowie die „Könige der Lüfte“.
https://www.facebook.com/Hohe.Tauern
https://www.instagram.com/nationalpark__hohetauern
Teilen sie auch gerne ihre Erlebnisse und Sichtungen mit uns.
#nationalparkhohetauern #npht

 

Terminankündigungen (rechtzeitige Detailinformationen folgen noch):

Exkursionen „Könige der Lüfte“:
In Rauris im Krumltal findet auch heuer findet wieder jeden Mittwoch vom 14. Juli 2021 bis 08. September 2021 die beliebte von Nationalpark Rangern geführte Exkursion in das Tal der Geier statt. Treffpunkt ist um 08:45 Uhr beim Parkplatz Krumltal.
Auf die Suche nach Bartgeier und Steinadler begibt sich auch eine Rangertour am 25. Mai sowie 8. und 22. Juni 2021 vom Matreier Tauernhaus aus.
Alle Tourenangebote in den Nationalpark mit unseren Rangern gibt es hier.

Internationaler Bartgeierzähltag 2021: am Samstag, den 09. Oktober 2021

 

Das Greifvogel-Team wünscht allen Geierfreunden erfolgreiche Beobachtungen der „Könige der Lüfte“ und tolle Naturerlebnisse beim Beobachten dieser majestätischen Vögel in freier Wildbahn. Wir freuen uns auf jede Meldung ihrer Beobachtungen unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Die Flugbewegungen von besenderten Junggeiern können auf der Homepage unter https://hohetauern.at/de/forschung/greifvogelmonitoring/bartgeier-online bzw.
https://hohetauern.at/de/forschung/greifvogelmonitoring/gaensegeier-und-moenchsgeier nachverfolgt werden.


Geschrieben von
DI Ferdinand Lainer

26.04.2021
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