Nationalpark Hohe Tauern

Newsletter Greifvögel Januar 2022


 INHALTSVERZEICHNIS

BARTGEIER
Brutsaison 2021
Erste erfolgreiche Brut im Ötztal
Trio in Prägraten?
Brutpaar Lechtal
Paar Mallnitz
Paar Heiligenblut
Neuer Bartgeier-Hotspot: Westlicher, österreichischer Alpenhauptkamm
Sensationelle Beobachtung im Ötztal
Interessante Bartgeierbeobachtungen
Bartgeier Caeli im Dreiländereck Schweiz, Süd- und Nordtirol
Freilassungen 2021
Erste Freilassung in Bayern
Aufbau eines grenzüberschreitenden Bartgeiermonitorings
Besenderung von im Freiland geschlüpften Bartgeiern
Zwei Bartgeiersender geborgen
Internationale Bartgeierzähltage 2021 im Rückblick

GÄNSEGEIER
Gänsegeierbeobachtungen Sommer 2021 in den Hohen Tauern
Gänsegeier FB4 seit heuer Brutvogel in der Baronies
Geierstation Lago di Cornino
Sender eines Gänsegeiers erfolgreich geborgen

MÖNCHSGEIER
Mönchsgeier Riga 2021 nicht in den Hohen Tauern

GREIFVOGEL ALLGEMEIN
Abschuss von Greifvögeln wird härter bestraft

NEUER PROJEKTLEITER
Ferdinand Lainer in Ruhestand - neuer Projektleiter stellt sich vor

 

Brutsaison 2021

Das Resümee der Brutsaison in den Alpen für das Jahr 2021 fällt sehr erfreulich aus. Auch wenn die Reproduktionsergebnisse regional sehr unterschiedlich waren wurden erstmals 72 potentielle Brutpaare bestätigt, wovon es bei 61 Paaren zur Eiablage kam. Schlussendlich flogen in Summe 44 junge Bartgeier in freier Wildbahn erfolgreich aus. Dies ist ein neues Rekordergebnis seit Beginn des Wiederansiedlungsprojektes. Auch wenn 17 Paare die Brut vorzeitig abbrachen, lag die Quote mit 28% Brutabbrechern dennoch niedriger als in den letzten zehn Jahren. Zwei weitere Brutpaare wurden in Korsika beobachtet, allerdings schritt davon nur eines zur Brut, welches aber ebenfalls die But vorzeitig abbrach.

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 Abb. 1: Überblick über den Bruterfolg 2021 in den Alpen seit 1997.

Quelle: IBM - Internationales Bartgeiermonitoring

Österreichs Anteil am alpenweiten Bruterfolg war mit zwei erfolgreichen Bruten sehr gering, obwohl zu Jahresbeginn 2021 neun Paare eine Brut begonnen hatten. Die beiden ausgeflogenen Jungvögel entstammen dem erfolgreichsten österreichischen Paar am Katschberg und einem neuen Paar im Ötztal. In drei Fällen kam es auch hierzulande zu Brutabbrüchen (Kruml-, Gschlöß- und Lechtal). Drei weitere Paare, welche sich in Mallnitz, Heiligenblut und Galtür neu gebildet hatten, ließen zwar hoffen, waren aber vermutlich noch zu jung, um zur Brut zu schreiten. Unklarheit bestand betreffend die Situation beim Paar in Prägraten. Dort bildete sich im Winter 2020/21 ein Trio, das möglicherweise für eine Brut nicht gut genug eingespielt war.

Neben den bestehenden Paaren weckt zusätzlich das Grenzgebiet zwischen Nordtirol und Südtirol bzw. Nordtirol und Schweiz Hoffnung für die neue Brutsaison, da sich dort im vergangenen Sommer auch auf österreichischer Seite zumindest zwei, vielleicht sogar drei neue Paare gebildet haben.

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Abb. 2: Überblick über die Verteilung der Bartgeierpaare und den Bruterfolg 2021 in den Alpen.

Quelle: IBM - Internationales Bartgeiermonitoring

 

Erste erfolgreiche Brut im Ötztal

Greifvogelexperte Wolfgang Fritz konnte Anfang März eine Brut in einem Seitental des Ötztales bestätigen. Das weitere Brutgeschehen verlief ohne größere Komplikationen und am 25. April konnte er den Schlupf eines Kükens bestätigen. Es gelang dann sogar die filmische Dokumentation des Jungfernfluges des ersten „wilden“ Junggeiers im Ötztal. Diese erste erfolgreiche Brut in Nordtirol am Alpenhauptkamm kann sicherlich als weiterer Meilenstein im Wiederansiedlungsprojekt gesehen werden. Zusammen mit den erfolgreichen Bruten im auf der Südseite angrenzenden Planeil- und Pfossental sind in dieser Region heuer erstmals drei Jungvögel in freier Wildbahn ausgeflogen. Damit konnte auch die räumliche Distanz zwischen den IBM-Bartgeier-Teilregionen Zentralalpen und Ostalpen verringert werden. Der Ötztaler Junggeier entwickelte sich bestens und begann bald seine nähere Umgebung zu erkunden. Gespannt sieht das Greifvogelteam den noch folgenden genetischen Auswertungen der gesammelten Federproben entgegen, dann wird man auch die Elterntiere identifizieren können. Ein großer Dank ergeht an Wolfgang Fritz für seinen unermüdlichen Einsatz um die Bartgeier im Tiroler Oberland und an den Naturpark Ötztal für die gute Zusammenarbeit.

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Abb.3: Wechsel des Altvogels beim Betreuen des Kükens.

© Florian Egger

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Abb. 4: Sichere Landung nach dem Jungfernflug des jungen Ötztaler Bartgeiers.

© Wolfgang Fritz

 

Trio in Prägraten?

Im Zuge von Horstkontrollen im Frühjahr konnte erstmals die Bildung eines Trios in Österreich dokumentiert werden. Trios sind bei Bartgeiern nichts Außergewöhnliches, in den Alpen bestehen bereits drei erfolgreich brütende Trios, welche sich aus einem Weibchen und zwei Männchen zusammensetzen. So ging man auch in Prägraten von einer solchen Konstellation aus. Aufgrund der GPS-Positionsdaten stand BG Lea (Kals 2015) rasch als eines der Männchen fest. Interessante Neuigkeiten brachten allerdings die Ergebnisse der genetischen Auswertung zahlreicher Federfunde unter dem Horst zu Tage. Diese deuten nämlich auf zwei Weibchen, nämlich El Dorado (Gschlöß 2001) und Joker (Mallnitz 2003) hin. Ob sich das Trio tatsächlich aus diesen drei Tieren zusammensetzt kann natürlich nicht mit Sicherheit gesagt werden, da möglicherweise Federn auch während Revierkämpfen oder nach Revierübernahmen verloren gegangen sein könnten. Allerdings ist die Situation derzeit unklar. Ob das Trio, das bis Mitte/Ende August immer wieder in Horstnähe bestätigt werden konnte, noch besteht ist offen, da seit längerem nur mehr zwei Altvögeln im Gebiet beobachtet werden.

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Abb. 5: Das Trio in Prägraten.

© Hermann Mauthner

 

Brutpaar Lechtal

In der vergangenen Brutsaison baute das Paar seinen neuen Horst in derselben Horstwand wie in den letzten beiden Jahren aus. Allerdings kam es heuer im Frühjahr leider zu einem Brutabbruch. Das Paar wurde aber im Laufe des Jahres nach wie vor gemeinsam beobachtet und blieb seinem Revier treu. Erfreulicherweise konnten durch die genetische Auswertung gesammelter Federproben die Tiere identifiziert werden. Dabei zeigte sich, dass das Lechtal fest in eidgenössischer Hand ist - es handelt sich nämlich um zwei aus der Schweiz stammende Tiere. Männchen Madagaskar wurde 2011 im Calfeisental ausgewildert und Weibchen Natura stammt von einer Freilassung im Schweizerischen Nationalpark im Jahr 2005. Vielen Dank dem Finder der Federn, Herrn Notar Mag. Thomas Ruetz!

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Abb. 6: Das Brutpaar im Lechtal nach Aufgabe der heurigen Brut.

© Wolfgang Fritz

 

Paar Mallnitz

Das Paar Mallnitz, bestehend aus Männchen Felix 2 (Debanttal 2014) und seiner Partnerin Charlie (Untersulzbachtal 2016) verlegten im Vorjahr ihr Kerngebiet ins Seebachtal, wo sie den dortigen Horst intensiv ausbauten und während des Sommers immer wieder gemeinsam vertraut beobachtet wurden. Die beiden Vögel wurden durch die genetische Auswertung von unter dem Horst gesammelten Federn identifiziert. Nach wie vor besuchen sie regelmäßig ihr altes Revierzentrum im Gasteiner Nassfeld. Dies belegen Sichtbeobachtungen und die Daten des Senders von Felix 2, der nach mehrmonatiger Pause überraschenderweise seit Anfang November wieder Positionen übermittelt. Wie zu Beginn bereits erwähnt, war das Weibchen mit fünf Jahren noch zu jung für eine Brut, denn bei diesem Paar kam es nicht einmal zu einer Eiablage.

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Abb. 7: Das Mallnitzer Paar im ehemaligen Revierzentrum im Gasteiner Nassfeld.

© Irmgard Jung

 

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Abb. 8: die Flugrouten von Felix 2 im Zeitraum 01.06. bis 17.12.2021.

Quelle: Wildlife Monitor/NPHT

 

Paar Heiligenblut

Im letzten Sommer bildete sich im Fleißtal ein neues Bartgeierpaar, das den dortigen Horst ausbaute. Wie die GPS-Positionen des Senders von dem 2015 im Kalser Dorfertal freigelassenen Fortuna verrieten, handelt es sich dabei um das, vermutlich ebenfalls für eine Brut noch zu junge, Männchen. Aufgrund dieser Senderdaten lässt sich auch das Revierzentrum sehr gut erkennen. Interessant dabei ist die räumliche Nähe zum Bartgeierpaar im Krumltal, wenngleich bis dato keine Revierkämpfe am Alpenhauptkamm zwischen beiden Paaren festgestellt werden konnten. Es scheint, dass die Grenzen genau abgesteckt sind und auch von beiden Seiten respektiert werden. Im Bereich des Fuscher- und Seidlwinkeltals belegen viele GPS-Positionen jedoch, dass Fortuna diese beiden, nördlich des Alpenhauptkamms liegenden Täler regelmäßig befliegt.

Interessant ist auch, dass das Männchen Mitte Juni auch kurzzeitig das Revierzentrum des Paares Prägraten beflog. Wie sehr es dabei die etwas unklare Situation bei diesem Brutpaar beeinflusst hat, ist unklar. Im Verlauf des Spätsommers konnte Fortuna regelmäßig beim gemeinsamen Fliegen oder Nestausbau mit seiner Partnerin beobachtet werden. Dabei erhielt das Paar auch immer wieder Besuch, wie beispielsweise Anfang September von einem einjährigen Junggeier. Kurz vor Ende des Jahres führte das Auswertungsergebnis der Anfang Juni gesammelten Federproben zu einer kleinen Sensation. Mit sehr großer Sicherheit handelt es sich bei dem Weibchen um Bartgeierdame Ambo (Gastein 2002). Dies ist insofern überraschend aber erfreulich, da sich Ambos Spuren im Jahr 2004 verloren und keine weiteren Nachweise von diesem, mittlerweile totgeglaubten, Vogel mehr vorlagen.

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Abb. 9: „Wilder“ Junggeier auf Besuch im Fleißtal.

© Jürgen Petrikat

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Abb. 10: Die Flugroute von Fortuna im Zeitraum 01.06. – 17.12.2021

Quelle: Wildlife Monitor/NPHT

 

Neuer Bartgeier-Hotspot: Westlicher, österreichischer Alpenhauptkamm

Interessant gestalten sich die Entwicklungen im Grenzbereich zwischen Nord- und Südtirol bzw. Nordtirol und der Schweiz. Wie bereits erwähnt, haben sich vor der vergangenen Brutsaison in dieser Region einige Paare etabliert, die 2021 bereits erfolgreich reproduzierten, wie die Beispiele im Ötz-, Pfossen- und Planeiltal zeigen. Doch damit nicht genug. Es scheinen sich seit einem Jahr einige weitere Paare in diesem Großraum angesiedelt zu haben. Sollten sich die zahlreichen Hinweise bestätigen, könnten sich hier mindestens drei, evtl. sogar vier weitere Territorien mit brutfähigen Altvögeln etablieren. Auf welcher Seite des Hauptkamms diese Paare letztendlich zur Brut schreiten werden, wird aber erst mit Beginn der Brutsaison feststehen. Doch nicht nur Altvögel, sondern auch zahlreiche jüngere Bartgeier zeigten sich letzten Herbst in dieser Region. Diesbezüglich gilt auch besonderer Dank an Stephan Schmidt, Hobbyornithologe aus Paderborn, der im September im Rahmen eines dreiwöchigen Urlaubs im Ötztal dort mindestens zwölf verschiedene Individuen, größtenteils subadulte und immature Vögel fotografisch festhalten konnte und die Aufnahmen auch dem Greifvogel-Team zur Auswertung zur Verfügung stellte.

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Abb. 11: Drei Bartgeier unterschiedlichen Alters im Ötztal Mitte September.

© Stephan Schmidt

 

Sensationelle Beobachtung im Ötztal

Am 23. September machte Stephan Schmidt im Ötztal eine weitere Beobachtung von einem sehr großen Vogel, der ihn auf 2.700 m überflog. Er konnte das Tier ebenfalls fotografisch festhalten und übermittelte auch diese Aufnahmen dem Greifvogel-Team. Die Bilder zeigen einen wuchtig wirkenden Greifvogel von hinten, der allerdings bis dato nicht zugeordnet werden konnte. Nachdem die naheliegendste Vermutung, dass es sich um einen Mönchsgeier handeln könnte, bald wieder verworfen wurde, ging das Foto dank der Bereitschaft zahlreicher Wissenschaftler, die sich mit Geiern beschäftigen, mittlerweile um die „halbe Welt“. Allerdings gelang es nicht, den Vogel eindeutig zu identifizieren, vielmehr können lediglich zahlreiche Arten ausgeschlossen werden. Am ehesten scheint es sich aufgrund der eingetroffenen Informationen um einen Kahlkopfgeier oder einen Großen Gelbkopfgeier zu handeln. Es ist aber davon auszugehen, dass diese Beobachtung nie völlig aufgeklärt werden kann, geschweige denn, dass man in Erfahrung bringen wird, woher dieser Vogel stammt.

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Abb. 12: Diese Beobachtung wird wohl ein Rätsel bleiben.

© Stephan Schmidt

 

Interessante Bartgeierbeobachtungen

In der Mittagszeit am 3. September konnten zwei verschiedene junge Wildvögel, also bereits im Freiland geborene Jungvögel, im Gasteiner Nassfeld beobachtet werden. Allgemein ist das Gasteiner Nassfeld ein Geier-Hotspot und man kann dort im Sommer sehr oft Bart- und Gänsegeier sichten.

Im Herbst konnte im Pitztal die vermutliche Bildung eines weiteren Trios in Österreich beobachtet werden, Eine weitere interessante Beobachtung erreichte das Greifvogel-Team vor wenigen Tagen. Hierbei handelt es sich um einen heuer geborenen Wildvogel, der von der Martinswand bei Innsbruck kommend den Steinbruch bei Zirl überflog, bevor er das Inntal Richtung Absamer Lixum querte.

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 Abb. 13: Einer der beiden jungen „wilden“ Bartgeier im Gasteiner Nassfeld.

© Laurenz Krisch

 

Bartgeier Caeli im Dreiländereck Schweiz, Süd- und Nordtirol

Wie die GPS-Positionen des 2018 im Kärntner Seebachtal ausgewilderten Junggeiers Caeli zeigen, beflog er ab 1. Juni den Großraum um die Gebiete von den Ötztaler Alpen südwestwärts bis zum Addatal in der Lombardei. In diesem Areal liegen neben dem Naturpark Ötztal unter anderem auch die Schutzgebiete Schweizerischer Nationalpark und Nationalpark Stilfserjoch, welche ebenfalls hohe Bartgeierdichten aufweisen.

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Abb. 14: Flugroute von Caeli im Zeitraum 01.06. – 15.12.2021.

Quelle: Wildlife Monitor/NPHT

 

Freilassungen 2021

 

Im heurigen Jahr wurden im internationalen Wiedereinbürgerungsprojekt in Summe 26 junge Bartgeier freigelassen, davon sechs in den Alpen, zwei in Korsika, fünf im französischen Zentralmassiv und drei im spanischen Maestrazgo. Zusätzlich wurden zehn Junggeier in Andalusien ausgewildert, wobei die letzten beiden dieser Vögel aus dem Zoo Tallin erst Anfang September freigesetzt wurden. In den Alpen fanden die Auswilderungen von je zwei Junggeiern in Melchsee-Frutt (Zentralschweiz), im Naturpark Vercors (Frankreich) und im Nationalpark Berchtesgaden (Deutschland) statt. Alle freigelassenen Junggeier wurden mit Ringen, gebleichten Federmustern und GPS-Sendern individuell markiert.

 

Erste Freilassung in Bayern

Zusammen mit dem Nationalpark Berchtesgaden hat der Landesbund für Vogelschutz (LBV) im Juni 2021 zum ersten Mal zwei junge Bartgeier ausgewildert. Insgesamt wird das Projekt voraussichtlich über zehn Jahre laufen, wobei jährlich zwei bis vier Jungvögel freigelassen werden sollen. Über 100 Jahre nach seiner Ausrottung soll dem größten Greifvogel Mitteleuropas so auch die Rückkehr nach Deutschland ermöglicht werden. Nach dreijähriger Vorarbeit und einer Machbarkeitsstudie hatte sich der Nationalpark Berchtesgaden als bestes Projektgebiet herauskristallisiert, vor allem aufgrund der vorhandenen Schutzgebietskulisse.

 Am 10. Juni 2021 war es dann so weit: Die beiden jungen Bartgeierweibchen Bavaria und Wally (beide aus der Zuchtstation Guadalentin, Spanien) wurden im Klausbachtal im Nationalpark Berchtesgaden in die vorbereitete Horstnische verbracht. Nach den ersten Flugversuchen im Alter von 119 bzw. 120 Tagen verließen sie bald die Grenzen des Nationalparks ins benachbarte Salzburger Land, kehrten aber anfangs wieder täglich zurück. Vor allem Wally zeigte sich im Vergleich mit Bartgeiern anderer Freilassungen ungewöhnlich standortstreu. Neben kleinen Ausflügen zum Hochkönigplateau und auf die österreichische Seite der Reiteralm hielt sie sich überwiegend im Umfeld der Watzmann Ostwand auf - interessanterweise in jenem Bereich, wo am 9. März 1650 ein Bartgeierpärchen erlegt worden war. Zu Redaktionsschluss hielt sich Wally im Salzachtal auf.

Bavaria hingegen veränderte ihr Verhalten ab Mitte Oktober fast von einen Tag auf den anderen. Sie startete plötzlich zu einem mehr oder weniger zielstrebigen Flug nach Osten bis in die etwa 380 km entfernt liegende Rax-Schneeberg Gruppe vor den Toren Wiens. Nach einigen Tagen im Gebiet flog sie über die Eisenerzer Alpen wieder nach Westen in die Schladminger Tauern, wo sie vermutlich aufgrund verfügbarer Nahrung kurz verweilte, bevor sie für zwei Tage das Dachsteingebiet aufsuchte. Leider lässt sich anhand von Senderproblemen ihre Reise nur bis zum 24.11. ins Hagengebirge nachverfolgen. Die letzte verifizierbare Sichtbeobachtung einige Tage später stammt ebenfalls noch aus diesem Bereich. Aus diesem Grund bitten die Projektverantwortlichen Personen, die Zeit in den Bergen verbringen, wie beispielsweise Jäger, Förster oder Schitourengeher etwaige Bartgeiersichtungen über die e-mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder das Meldeformular auf der Homepage des LBV bekannt zu geben. Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

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Abb. 15: Bavaria nach ihrem Jungfernflug am 08.07.2021.

© Richard Straub

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Abb.16: Bavaria und Wally erkunden den Nationalpark Berchtesgaden.

© Richard Straub

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Abb.17: Flugorute von Bavaria bis zum Senderausfall.

© Wildlife Monitor/LB/NP Berchtesgaden

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Abb.18: Wally schien es bei ihren Flügen mehr nach Norden zu ziehen.

© Wildlife Monitor/LB/NP Berchtesgaden

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Aufbau eines grenzüberschreitenden Bartgeiermonitorings Bayern - Nordtirol

Wie Sie als treue Leser wissen, galt der Bartgeier als größte Vogelart in den Alpen ab dem Jahr 1913 in dieser Gebirgskette als ausgestorben. Auch wenn man durch das internationale Projekt zur Wiederansiedlung in der Zwischenzeit von rund 350 Tieren, wovon knapp zwanzig Prozent bereits als Paare reproduzieren, ausgehen kann, darf man sich noch nicht auf dem Erreichten ausruhen. Nach wie vor gibt es noch offene Fragen, beispielsweise wie viele Tiere langfristig aus genetischer Sicht zum selbständigen Erhalten der Population notwendig sind. Der Aufschwung der Bartgeierpopulation war in der Vergangenheit vor allem in den Westalpen zu beobachten und erst in den letzten Jahren scheint die Populationsentwicklung auch in den Ostalpen, und damit auch in Österreich, etwas Fahrt aufzunehmen.

Auch wenn in Österreich vorerst in absehbarer Zeit keine Freilassungen mehr geplant sind, spielen Auswilderungen, wie 2021 etwa im Nationalpark Berchtesgaden, nach wie vor eine zentrale Rolle im alpenweiten Wiederansiedelungsprojekt, um die genetische Vielfalt der Wildpopulation zu erhöhen und Brücken zu anderen Gebieten zu schlagen. Ergänzend dazu stehen aber auch die sorgfältige Überwachung des Bestandes und der Schutz dieser sensiblen Art im Fokus.

Im Rahmen des Wiederansiedlungsprojektes findet seit Jahrzehnten ein international koordiniertes Monitoring (IBM - International Bearded Vulture Monitoring) mit zahlreichen Partnerorganisationen in den verschiedenen Ländern, wie beispielsweise Schutzgebieten statt. Die Partnerorganisationen versuchen in ihrem Wirkungsbereich ein Netzwerk aus weiteren freiwilligen Beobachtern zu koordinieren bzw. zu gewinnen. In Österreich wurde dieses seit Beginn des Projektes bestehende Beobachternetzwerk bisher vor allem vom Nationalpark Hohe Tauern betreut.

Dieses Netzwerk soll nun im Rahmen des Interreg-Projekts „Aufbau eines grenzüberschreitenden Bartgeiermonitorings Bayern-Tirol (Interreg-Projekt Evs52)“ speziell für Westösterreich und Bayern verstärkt werden, um dort die Entwicklungen gut verfolgen und mögliche Risikofaktoren für die Wildtiere erkennen sowie verringern zu können. Projektpartner sind alle fünf Tiroler Naturparke (Tiroler Lech, Ötztal, Kaunergrat, Zillertaler Alpen, Karwendel) sowie der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern, um die Wiederansiedlungsbemühungen auch grenzüberschreitend bestmöglich zu bündeln. Das Projekt beinhaltet den Ausbau des Monitoringnetzwerks durch Stärkung der Kooperationen mit lokalen Partnern (z. B. Jäger, Almbewirtschafter, Hobby-Ornithologen, etc.), in dem die Naturparke als zentrale Netzwerkknoten eingebettet sind. Alle Beobachtungen werden ebenfalls in die internationale Beobachtungsdatenbank eingepflegt. In Kooperation mit dem Landesverband für Vogelschutz in Bayern und dem Nationalpark Hohe Tauern werden zudem gemeinsame Aktivitäten im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit (Pressearbeit, Schulungen, Veranstaltungen etc.) durchgeführt. Projektkoordinatorin für die Dauer dieses Interreg-Projekts für die Gebiete Nordtirol, Bayern und Vorarlberg ist Mag. Eva-Maria Cattoen vom Ingenieurbüro „LechtAlps“.

Beobachtungen können Sie daher nun auch unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 0650/9100517 melden bzw. bei Interesse diese Kontakte nutzen. Da der Aufbau dieses grenzüberschreitenden Monitorings in enger Zusammenarbeit mit dem Nationalpark Hohe Tauern geschieht, ist natürlich auch weiterhin das Greifvogel-Team des Nationalparks unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 0664/2601337 jederzeit für Sie erreichbar. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass die zweite Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ab der zweiten Jahreshälfte 2022 nicht mehr zur Verfügung stehen wird.

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Besenderung von im Freiland geschlüpften Bartgeiern

In Zusammenarbeit zwischen der internationalen Geierfoundation VCF und den IBM-Partnern Asters und Nationalpark Stilfser Joch wurden auch heuer wieder drei, in freier Wildbahn geschlüpfte Junggeier mit GPS-Sendern und färbigen Ringen markiert. Der Einstieg in die Horste erfolgte im Spätwinter/Frühling bei den langjährig erfolgreichen Paaren in Livigno und Zebru (Italien) sowie in Bargy (Frankreich). Die Flüge der drei jungen Wildvögel werden mit großem Interesse verfolgt. 

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Abb. 19: Farben der Fußringe, welche 2021 an wildgeschlüpften Bartgeierküken angebracht wurden.

Quelle: IBM - Internationales Bartgeiermonitoring

 

Internationale Bartgeierzähltage 2021 im Rückblick

Im Jahr 2006 wurde in den Alpen damit begonnen, Bartgeier an länderübergreifenden Zähltagen möglichst flächendeckend zu zählen, mittlerweile werden aber zur selben Zeit auch im französischen Zentralmassiv (seit 2012), im französischen Teil der Pyrenäen (seit 2016), in mehreren Regionen Spaniens (seit 2017), ausgewählten Gebieten in Bulgarien (seit 2018) und im afrikanischen Atlasgebirge (seit 2019) erfasst.

Im Jahr 2021 verhalfen seit langem endlich einmal goldene Herbsttage den diesjährigen, länderübergreifenden Zähltagen Anfang Oktober zu einem großen Erfolg und wie jedes Jahr beteiligten sich in vielen Ländern Europas zahlreiche Freiwillige, so auch in Österreich. Der Nationalpark Hohe Tauern, die Naturparke Tirols und Schutzgebiete in Vorarlberg mit ihren Beobachternetzwerken spielten dabei eine zentrale Rolle. Nach Abgleich der Ergebnisse der verschiedenen Monitoringstellen konnten in Österreich in der Zählwoche vom 2. bis 9. Oktober mindestens 23 verschiedene Bartgeier identifiziert werden. Basierend auf dieser Zählung und den Sichtmeldungen im Verlauf des gesamten Jahres scheint eine Zahl von 30 bis 35 Bartgeiern in Österreich realistisch und dies bei einer steigenden Zahl der Brutpaare vor allem am westlichen Alpenhauptkamm Österreichs. Die alpenweiten Daten werden derzeit aber noch von den Verantwortlichen des internationalen Bartgeiermonitorings geprüft und ausgewertet, weshalb für den Alpenbogen noch keine Gesamtzahl genannt werden kann.

Die Bartgeier-Teams der verschiedenen Regionen bedanken sich wieder bei allen freiwilligen Helfern für die zahlreiche Unterstützung und Mithilfe sehr herzlich!

 

Zwei Bartgeiersender geborgen

Bartgeier Kasimir, freigelassen 2018 in Mallnitz, verlor im Oktober 2020 seinen Sender im Talschluss des Großarltales. Ein extremer Wintereinbruch verhinderte jedoch die Feldsuche, da das Areal im Einzugsgebiet von steilen Lawinenhängen liegt. Ende Juni 2021 konnte dann der Sender, der immer noch Positionsdaten übermittelte, rasch gefunden werden – die Ursache des Senderverlusts bleibt aber unklar. Anfang August gaben auch die Senderdaten von Bartgeiermännchen Lea (Kals, 2015), einer der Vögel des Trios in Prägraten, Grund zur Sorge. Über Tage zeigten die Daten denselben Aufenthaltsort des Vogels nordöstlich von Matrei in Osttirol. Trotz mehrmaliger Versuche konnte zuerst weder der Sender noch der möglichweise verendete Bartgeier gefunden werden. Allerdings ließen weiterhin Beobachtungen von drei Altvögeln in Prägraten vermuten, dass Lea nur den Sender verloren hatte. Erst durch die Unterstützung der Schweizerischen Vogelwarte Sempach, die einen speziell auf diesen Sender abgestimmten Empfänger mit Antenne zur Verfügung stellte, konnte Ende September der aufgrund einer gebrochenen Halterung verloren gegangene Sender gefunden werden.

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Abb. 20: Der GPS-Sender von Kasimir an der Fundstelle.

© Ferdinand Lainer

 

Gänsegeierbeobachtungen während des Sommers in den Hohen Tauern

Nach ersten Beobachtungen ab Anfang Mai, traf der Großteil der Gänsegeier wie üblich mit Beginn der Almsaison ein. Vereinzelt konnten über 70 Tiere gemeinsam beobachtet werden, die in den letzten Jahren auch verstärkt die Südseite der Hohen Tauern befliegen. Zusätzlich mehrten sich im vergangenen Sommer Gänsegeierbeobachtungen auch außerhalb der Hohen Tauern, was durch eine größere Anzahl an verunfallten Almnutzvieh durch die letztjährigen Starkregenereignisse bedingt sein könnte. Nach wie vor besteht enger Zusammenhang mit den Gänsegeiervorkommen in Friaul und Kroatien wie die unten dargestellten Senderdaten der Gänsegeier FB 5 und BY 8 zeigen. Diese Daten belegen einmal mehr die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit beim Schutz der großen Geierarten. Auch 2021 wurden durch die Geierstation wieder 18 Gänsegeier gefangen und beringt.

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Abb. 21: Flugroute von Gänsegeier FB 5 im Zeitraum 01.06. – 17.09.2021.

Quelle: Wildlife Monitor/NPHT

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Abb. 22: Flugroute Gänsegeier BY 8 im Zeitraum 01.06. – 17.09.2021.

Quelle: Wildlife Monitor/Gänsegeierprojekt Bulgarien

 

Gänsegeier FB 4 seit heuer Brutvogel in der Baronies (F)

Manch Gänsegeier, der zuvor die Hohen Tauern nutzte, verbrachte den vergangenen Sommer in Spanien oder Frankreich. Das Greifvogelteam des Nationalparks Hohe Tauern wurde beispielsweise im Mai von den Kollegen des französischen Naturparks Baronies informiert, dass Gänsegeier FB 4 am 10. Mai gemeinsam mit einem Küken im Horst beobachtet wurde. Dies ist umso erfreulicher, da nun feststeht, dass ein im Zuge des Greifvogelprojektes des Nationalparks besenderter Junggeier nunmehr ein Brutvogel in Frankreich ist. FB 4 wurde am 30. Mai 2019 im Geierzentrum Lago di Cornino (I) als 8,85 kg schwerer Junggeier gefangen, untersucht, am 2. Juni 2019 besendert und wieder freigelassen. Den Sommer verbrachte er dann in den Hohen Tauern. Im Spätwinter überquerte er am Südabfall der Alpen Italien und verlegte sein weiteres Revier in die Seealpen und französischen Voralpen. Mit Spannung wird nun sein weiterer Aktionsraum als Brutvogel verfolgt. Vielleicht kommt einer seiner Nachfahren als Sommergast auch wieder in die Hohen Tauern.

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Abb. 23: Flugroute Gänsegeier FB 4 im Zeitraum 02.06.2019 – 17.12.2021.

Quelle: Wildlife Monitor/NPHT

 

Geierstation Lago di Cornino:  Gänsegeierforschung wurde fortgesetzt

Das Forschungsprojekt für Gänsegeier ausgehend von der Geierstation Lago di Cornino (Friaul) umfasst das Monitoring der Fortpflanzung der Brutpaare sowie die Beringung und Satellitentelemetrie von Gänsegeiern. Um die Flugbewegungen der Gänsegeier gut nachverfolgen zu können, wurden am 12. August dieses Jahres weiter 18 Gänsegeier in der Geierstation gefangen und beringt. Es handelt sich dabei um 15 adulte und 3 immature Tiere, wobei drei davon schon beringt waren. Zwei stammten aus der kroatischen Teilpopulation und einer aus der Kolonie Friaul. Das Gewicht der gefangenen Geier betrug zwischen 6,8 und 10 Kilogramm. Aus den bisherigen Forschungsprojekten weiß man, dass ein enger Zusammenhang zwischen den Hohen Tauern und der friaulischen Gänsegeierpopulation besteht. Vielen Dank an Dr. Fulvio Genero, dem wissenschaftlichen Leiter der Station, für die jahrelange gute Zusammenarbeit!

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Abb. 24: Detailaufnahme eines am 12. August beringten Gänsegeiers.

© Fulvio Genero

 

Sender eines Gänsegeiers erfolgreich geborgen

Anfang Oktober wurde das Greifvogel-Team der Hohen Tauern vom bulgarischen Geierforscher Hristo Peshev kontaktiert. Die Signale eines dort besenderten, aber nach den Daten zu dieser Zeit noch in den Hohen Tauern fliegenden, Gänsegeiers zeigten immer denselben Standort. Man vermutete, dass das Tier den Sender verloren hatte um bat um eine Kontrolle der Stelle aufgrund der übermittelten Koordinaten. Nach einer witterungsbedingten Verzögerung konnte der „altgediente und mittlerweile pensionierte“ Projektleiter Ferdinand Lainer Mitte Oktober den abgefallenen Sender im Salzburger Käfertal neben einer verendeten Hirschkuh bergen. 

 

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Abb. 25: Die Positionsdaten des in Bulgarien besenderten Gänsegeiers, dessen Flüge auch bis in die Steiermark reichten, vom Sommer/Herbst 2021.

Quelle: Gänsegeierprojekt Bulgarien

 

Mönchsgeier Riga im Sommer 2021 nicht in den Hohen Tauern

Das in den letzten beiden Jahren auch in den Hohen Tauern zu beobachtende Mönchsgeierweibchen Riga unternahm erstmals seit zwei Jahren diesen Sommer keine weiten Flüge nach Mitteleuropa. Sie verbrachte den Sommer im Dreiländereck Griechenland-Bulgarien-Türkei. Riga wurde 2018 gemeinsam mit Mönchsgeier Boyan (beide aus dem Zoo Ostrava) im Zuge eines Wiederansiedlungsprojektes im östlichen Balkangebirge freigelassen. Dort galten Mönchsgeier seit den 1930er Jahren als Brutvögel ausgestorben. Das Greifvogelteam ist gespannt, wo sie ihr Revierzentrum aufbauen und auch zur Brut schreiten wird.

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Abb. 26: Flugroute Mönchsgeier Riga seit ihrer Auswilderung im Sommer 2018.

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Abschuss von Greifvögel wird härter bestraft

Nach Dr. Hans Frey, dem wissenschaftlichen Leiter der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee, sind die Haupttodesursachen bei Greifvögeln allgemein Abschuss oder Vergiftung. Glücklicherweise nimmt die Anzahl der Vergiftungen aber ab. Bei den Abschüssen blieb die Quote über die Jahre hinweg leider gleich, zumal es auch immer wieder traurige Hotspots gebe, wie vor einigen Jahren im Weinviertel. Dort wurden über 30 tote Rohrweihen auf einem Feld gefunden, bis heute konnte dieser Fall noch nicht geklärt werden.

Justizministerin Alma Zadic kündigte bei einem Besuch in der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee am 17. August an, dass sie mit Erlass an die Staatsanwaltschaften klarstellen wird, dass es bei bestimmten Tieren und Pflanzen mit der Tötung oder bereits mit der Entnahme eines einzigen Exemplars ernste strafrechtliche Folgen geben muss. Mit Ministerkollegin Leonore Gewessler arbeitet sie an einer Liste, für welche Arten dies Gültigkeit besitzen wird. Ihr juristischer Weckruf ist ein Gebot der Stunde: Allein 2021 gab es bereits mehr als 40 Fälle von Verdacht auf illegale Verfolgung. Betroffen waren auch Mäusebussarde, Milane, Falken und ein bereits wiedergenesener Kaiseradler. Es scheint höchst an der Zeit, illegale Tötungen von seltenen und geschützten Greifvögel als Akt der Wilderei auch entsprechend zu bestrafen oder wirksam zu bekämpfen.

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Abb. 27:  Zeitungsausschnitt vom 18.08.2021 (Kronen Zeitung).

 

 

 

 

 

 

Ferdinand Lainer im Ruhestand - neuer Projektleiter fürs Greifvogelmonitoring im Nationalpark Hohe Tauern

 Im Februar 2021 verabschiedete sich der, für das Greifvogelmonitoring und seit Beginn der Bartgeierwiederansiedlung zuständige Projektleiter im Nationalpark Hohe Tauern Ferdinand Lainer in den Ruhestand. Für seinen großen und unermüdlichen Einsatz um die „Könige der Lüfte“ möchte sich das Greifvogel-Team sehr herzlich bedanken. Seiner Leidenschaft bleibt er aber treu, denn nach wie vor unterstützt er im Hintergrund das Team nicht nur mit zahlreichen Beobachtungen und Kontrollgängen im Freiland, sondern auch mit seinem Wissen und nicht zuletzt bei der Büroarbeit.

 

Der neue Projektleiter stellt sich vor

Liebe Bartgeier-Freunde,

mein Name ist Matthias Lehnert (geb. 1991 in Quedlinburg im Harz) und als neuer Leiter des länderübergreifenden Greifvogel-Projekts im Nationalpark Hohe Tauern möchte ich mich kurz bei Ihnen vorstellen.

Bereits in meiner Jugend festigte sich der Wunsch, in einem Nationalpark zu arbeiten und einen Beitrag zum Schutz bedrohter Tierarten leisten zu können, welcher sich 2018 durch die Anstellung als Ranger im Salzburger Anteil des Nationalparks Hohe Tauern erfüllte.

Vor meiner Zeit in den Hohen Tauern absolvierte ich ein Studium für Landschaftsnutzung und Naturschutz an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Dabei war ich im Rahmen meines Praxissemesters für den Innsbrucker Alpenzoo tätig, mit dem Ziel, ausgewählte Artenschutzprojekte des Nationalparks Hohe Tauern intensiver kennenzulernen.

In meiner neuen, spannenden Aufgabe möchte ich zusammen mit meinen Kollegen nachhaltig zum Schutz und zur Förderung der Greifvogel-Populationen beitragen sowie neue Erkenntnisse zu den faszinierenden Greifvogelarten des Nationalparks liefern.

Mit der Bitte um Ihre Unterstützung verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Matthias Lehnert, B.Sc.

abb28lehnert

 

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Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (nur mehr bis 30. Juni 2022 gültig)

Telefon: +43 (0)664 / 2601337 oder +43 (0)650 / 9100517

 


Geschrieben von
Nationalparkrat

31.01.2022
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