Nationalpark Hohe Tauern

20. Tag der Artenvielfalt


vom 10. bis 12. Juli 2026 - im Debanttal - Nationalpark-Gemeinde Nußdorf-Debant

Informationen und Anmeldung für wissenschaftliche Expert:innen

Anmeldung bitte ausschließlich hier:

Anmeldung Tag der Artenvielfalt 2026

Anmeldeschluss: Donnerstag, 30. April 2026

Achtung: Begrenzte Plätze! Die Anmeldung stellt keine Teilnahmegarantie dar! Nach Ablauf der Anmeldefrist erhalten Sie eine gesonderte Information darüber, ob Ihre Teilnahme fix bestätigt ist oder ob Sie sich auf der Warteliste befinden.

In diesem Jahr finden die Tage der Artenvielfalt im Nationalpark Hohe Tauern vom 10. bis 12. Juli 2026 im Debanttal, Gemeinde Nußdorf-Debant in Osttirol statt und werden in Zusammenarbeit mit der Tiroler Nationalparkverwaltung organisiert. Das Debanttal gilt mit 16 Kilometern als das längste, in sich geschlossene Almtal Österreichs. Zahlreiche unterschiedliche Lebensräume mit entsprechender Artenvielfalt zeichnen dieses schöne Trogtal aus. In der umgebenden Schobergruppe stehen zahlreiche Dreitausender. Das Tal ist nur wenig erschlossen und ausgesprochen ruhig. Zahlreiche Quellfluren und Moore, artenreiche Rasengesellschaften und gegen Talschluss hin ausgedehnte Lärchen-Zirbenwälder sowie Grobblockhalden und Schuttfluren der Dreitausender sind biologisch besonders interessant.

Wir hoffen auch heuer wieder auf Ihre Hilfe, um dieses Vorhaben erfolgreich verwirklichen zu können und würden uns sehr freuen, Sie bei unserem 20. Tag der Artenvielfalt im Nationalpark Hohe Tauern begrüßen zu dürfen.

Deb Riegler

Blick ins Debanttal. c NPHT Riegler

Wie findet die Datenerhebung beim Tag der Artenvielfalt statt?

Die Datenerfassung am Tag der Artenvielfalt im Nationalpark Hohe Tauern erfolgt über die Beobachtungsplattform Observation.org. Observation.org ist die größte Naturbeobachtungsplattform Europas mit Sitz in den Niederlanden und ermöglicht die weltweite Erfassung von Tieren, Pflanzen und Pilzen direkt im Gelände mittels Smartphone Apps. Bitte registrieren Sie sich schon vorab auf https://observation.org und installieren Sie die dazugehörige Smartphone-App für eine Datenerfassung im Gelände.

ABOL-BioBlitz im Nationalpark Hohe Tauern

Auch in diesem Jahr wird sich die Initiative "The Austrian Barcode of Life" (ABOL) wieder mit einem BioBlitz an den Tagen der Artenvielfalt beteiligen. Auf diesem Wege konnten bisher zahlreiche Proben gesammelt werden, die zum Aufbau eines genetischen Bestimmungsbuchs der österreichischen Biodiversität beitragen.
Aussendung an Sammler:innen download

Das Untersuchungsgebiet

KartGebiet

Übersichtskarte Debanttal Downloadlink

Eingerahmt von den imposanten Dreitausendern der Schobergruppe erstreckt sich das längste Almtal Osttirols über 16 Kilometer in südlicher Richtung und wird vom Debantbach durchflossen. Aufgrund des altkristallinen Untergrundes herrscht eine vorwiegend silikatliebende Flora vor, lokal sind aber auch kalkliebende Pflanzenarten zu finden.

Der Waldanteil ist für ein Osttiroler Gebirgstal bemerkenswert hoch. Verbreitet sind montane und subalpine Fichtenwälder sowie subalpine Lärchen-Fichten-Wälder. Kleinere Zirbengruppen an felsigen Lagen zwischen 1600 und 2200 m sind häufig. Stellenweise, etwa am Lienzer Höhenweg, wurden reine Zirbenbestände gepflanzt.

Große Bereiche oberhalb von 1800 m werden von Almweiden eingenommen, wo sich nach Beweidungsrückgang und Aufgabe der Bergmähder nun Zwergstrauchheiden ausbreiten. An länger schneebedeckten Stellen, beispielsweise entlang des Lienzer Höhenweges, dominieren dagegen die frostempfindliche Rostrote Alpenrose und die Heidelbeere als Relikte früherer Bewaldung.

In der alpinen Stufe reicht auf Südhängen der geschlossene Krummseggenrasen oft bis 2600 m hinauf, während nordexponierte Steilhänge deutlich ungünstigere Wachstumsbedingungen bieten.
Die zahlreichen Moore entsprechen meist dem Typ des Braunseggen-Wollgras-Rasenbinsen-Niedermoores, wie das Moor unterhalb der Gaimberger Alm. Begünstigt durch das Klima und die vielfältige Landschaft beherbergt die südwestliche Schobergruppe ein breites Artenspektrum mit allen charakteristischen Formen des Bergwaldes, der Almen und der Alpinstufe. Zudem kommen hier Arten vor, die in der Tauernregion sonst selten sind und von der klimatischen Begünstigung sowie den speziellen Lebensräumen profitieren.

Blick ins Debanttal

Blick ins Debanttal. Im Hintergrund die Glödis. c NPHT Thomas Steiner

 

Von Seichenbrunn zur Lienzer Hütte

Am naturkundlichen Themenweg entlang durch das innere Debanttal zur Lienzer Hütte (19.77 m)

Ausgangspunkt:  Parkplatz Seichenbrunn (1.670 m), erreichbar mit Pkw oder Kleinbus
Reine Gehzeit: 1,5 Stunden
Höhenunterschied: rund 300 m
Schwierigkeitsgrad und Ausrüstung: leichte Almwanderung; Wanderausrüstung

Der Weg ist sehr leicht und wenig anstrengend zu begehen. Meist führt er entlang des Debantbaches über die Gaimberger Alm und Hofalm zur Lienzer Hütte. Unterwegs sind alle Elemente einer alpinen Kulturlandschaft anzutreffen, aber auch besonders schön ausgeprägte Moore und Quellfluren sowie Waldbereiche.

 

Von Seichenbrunn zur Wangenitzsee Hütte und weiter zur Lienzer Hütte

 Ausgangspunkt:  Parkplatz Seichenbrunn (1.670 m)
 Reine Gehzeit:  3 Stunden bis zur Wangenistzsee Hütte; von dort 3 Stunden bis zur Lienzer Hütte; insgesamt 6 Stunden
 Höhenunterschied:  890 m
 Schwierigkeitsgrad und Ausrüstung:  mittelschwer - aber teilweise steil; Bergwanderausrüstung

Vom Parkplatz geht es über den Debantbach und die Gaimberger Felder stetig aufwärts – durch Wald und Almgelände bis zur Unteren Seescharte (≈ 2.530 m). Dort öffnet sich der Blick auf den Kreuzsee und den Wangenitzsee. Kurz danach erreicht man die urige Wangenitzseehütte (2.508 m) direkt oberhalb der Seen. Die Markierungen sind gut, der Weg aber teils steil mit engen Serpentinen – Trittsicherheit ist wichtig.

Tags darauf führt der Weg ein Stück weit gleich zurück wie der Zustieg am Vortag und zweigt dann taleinwärts Richtung Lienzer Hütte (Zinkeweg). Sonnseitig gelegen ergeben sich zahlreiche Beobachtungsmöglichkeiten in Flora und Fauna.

 

Von der Lienzer Hütte zum Gartlsee

Ausgangspunkt: Lienzer Hütte (1.977 m)
Reine Gehzeit: insgesamt 5 Stunden hin und retour
Höhenunterschied: rund 500 m
Schwierigkeitsgrad und Ausrüstung: mittelschwer, Trittsicherheit erforderlich, Bergwanderausrüstung

Von der Hütte führt die Wanderung am Franz-Keil-Weg in nordwestlicher Richtung, nördlich der Mirnitzschneid, durch Bergsturzgelände aufwärts zu einer Wegabzweigung, die zum Berggipfel Glödis führt, der jedoch nicht vorgesehen ist. Stattdessen geht es weiter in ein kleines Seitental und in mehreren Serpentinen Richtung Schobertörl/Hochschober bis schließlich der schöne kleine Bergsee, der Gartlsee (2.571 m) erreicht ist.

 

Von der Lienzer Hütte über den Lienzer Höhenweg zum Parkplatz Seichenbrunn

Ausgangspunkt: Lienzer Hütte (1.977 m)
Reine Gehzeit:  insgesamt 5 Stunden (Rundweg)
Höhenunterschied:  bis Trelebitsch Alm gering, dann 300 Höhenmeter Abstieg zum Parkplatz
Schwierigkeitsgrad und Ausrüstung:  leicht, Trittsicherheit erforderlich, Wanderausrüstung

Beginnend bei der Lienzer Hütte führt der Weg schattseitig wenig steil hinauf zu (ehemaligen) Bergweiden und Bergmähdern, welche eine erstaunliche Artenvielfalt aufweisen. Weiter talauswärts etwas oberhalb der Waldgrenze wird die Trelebitsch Alm erreicht, von wo es dann recht steil und schmal hinunter zum Parkplatz Seichenbrunn geht. Von dort zu Fuß über den Natur- und Kulturlehrweg ca. 1 Stunde zurück zur Lienzer Hütte.



Geschrieben von
Martin Kurzthaler und Angelika Riegler

10.03.2026