Nationalpark Hohe Tauern

Newsletter Greifvögel Mai 2026


Inhaltsverzeichnis

Bartgeier: 
NEU Podcast: #008 Bartgeier: Die Rückkehr eines Giganten
Brutsaison-Bartgeier in den Alpen
Brutsaison-Bartgeier in Österreich
Brutsaison-Bartgeier in den Hohen Tauern
Bartgeier in Nordtirol und Vorarlberg
Besenderte Bartgeier 
Ergebnisse Bartgeierzähltag Oktober 2025

Verendete Gänsegeier 
Steinadlermonitoring im Nationalpark

 

NEU Podcast: #008 Bartgeier: Die Rückkehr eines Giganten

Der Nationalpark Podcast "Aufgehorcht" widmet sich in seiner neuen Folge speziell dem Bartgeier. Experten erzählen aus erster Hand, wie die Wiederansiedlung dieser beeindruckenden Vogelart gelungen ist – von den ersten Zuchtversuchen über spektakuläre Freilassungen bis hin zum aufwendigen Monitoring. Du erfährst, warum Bartgeier Knochen fressen, wie Jungvögel ohne menschlichen Kontakt ausgewildert werden und welche Rolle sie für das ökologische Gleichgewicht im Hochgebirge spielen.
Eine Geschichte über Vorurteile, Wissenschaft – und die Rückkehr eines Giganten. Zum Podcast

Brutsaison Bartgeier in den Alpen 2026

Aus der Datenbank des Internationalen Bartgeier Monitorings (IBM) geht hervor, dass im Alpenraum nach aktuellem Stand 90 Paare zur Brut geschritten sind. Der Großteil der brütenden Paare wurde aus Frankreich (30) und der Schweiz (30) gemeldet. Das Horstmonitoring in Italien wies bisher insgesamt 20 brütende Paare nach. Im österreichischen Alpenraum konnte bei insgesamt zehn Paaren die Eiablage festgestellt werden.

Brutsaison Bartgeier 2026 in Österreich

Im Rahmen der Horstkontrollen konnte festgestellt werden, dass mindestens fünf Paare in den Hohen Tauern und fünf Paare in Nordtirol zur Brut geschritten waren. Aufgrund der Lawinengefahr konnten einige Horste noch nicht kontrolliert werden, sodass die Zahl der brütenden Paare noch höher etwas geschätzt werden kann.

Aus den Daten des jährlich durchgeführten Bartgeier-Horstmonitorings geht hervor, dass im österreichischen Alpenraum aktuell (Stand 04/2026) insgesamt 17 Brutpaare nachgewiesen werden konnten. Seit einigen Jahren verzeichnet das österreichische Bartgeier-Monitoring, bestehend aus den Monitoringzentralen der Hohen Tauern sowie dem Ötztal, eine steigende Zahl an Brutpaaren. Diese Entwicklung ist durch mehrere Faktoren zu erklären.
Die Monitoringergebnisse zeigen, dass insbesondere der Westen Österreichs verstärkt durch Bartgeier aus der Schweiz und Südtirol frequentiert und nachweislich besiedelt wird. Durch die wachsende Population in den Zentralalpen besiedeln immer mehr Bartgeier die Randbereiche der Gesamtpopulation in den Ost- und Westalpen. Ein weiterer Grund für die steigende Zahl an Brutpaaren ist das 2023 eingerichtete Bartgeier-Monitoring in Nordtirol. Somit wurde es möglich, bestehende intensiver zu beobachten sowie neu entstehende Paare nachzuweisen.

Brutsaison Bartgeier 2026 in den Hohen Tauern

In den Hohen Tauern leben derzeit sechs Brutpaare, von denen fünf im brutfähigen Alter sind. Aufgrund eines Partnerwechsels dürfte das sechste Paar erst in den kommenden Jahren aktiv in das Brutgeschehen eingreifen. In der aktuellen Brutsaison konnte bei allen fünf brutfähigen Paaren in den Hohen Tauern der Brutbeginn bestätigt werden.

Paar Rauris

In Rauris konnte der Brutbeginn Mitte Januar festgestellt werden. Für das Rauriser Brutpaar, bestehend aus dem Bartgeier-Weibchen Alexa (Rauris, 1988) und Andreas Hofer (Rauris, 1996) konnte somit die inzwischen zum 24sten Mal eine Eiablage nachgewiesen werden. Nach aktuellem Kenntnisstand bildet das Rauriser Bartgeier-Paar das älteste Brutpaar Österreichs. Bartgeier  Alexa wurde 1988 im Innsbrucker Alpenzoo geboren und gehört zu den ältesten, noch lebenden Bartgeiern der Alpen. Ein ähnlich altes Tier ist Bartgeier-Männchen Balthazar (Haute-Savoie, 1988). Dieser wurde nur wenige Wochen nach Alexa, in den französischen Alpen ausgewildert. Aus diversen Gründen wurde Balthazar Ende 2025 eingefangen und ist nun Teil des Zuchtnetzwerks. In freier Wildbahn hat Balthazar in Partnerschaften insgesamt 15 Jungvögel produziert und somit einen wichtigen Beitrag zur gesamtalpinen Bartgeier-Population geliefert. (Quelle: Vulture Conservation Foundation; 15.12.2025)

Paar Katschberg

Das östlichste Brutpaar der alpinen Bartgeier-Population gilt mit zehn ausgeflogenen Jungvögeln als das erfolgreichste Brutpaar Österreichs. Aufgrund von intraspezifischer Konkurrenz mit mehreren Steinadlern kam es in den vergangenen Jahren jedoch zu Brutabbrüchen. Horstkontrollen im Januar 2026 bestätigten den Brutbeginn des Paares, bestehend aus Romaris (Kals; 2007) und Hubertus2 (Kals, 2004).

Paar Mallnitz

Mitte Januar konnte in Mallnitz der Brutbeginn des Paares gemeldet werden. Aus den Daten des Horstmonitorings geht hervor, dass das Paar, bestehend aus Charlie (Untersulzbachtal, 2016) und Felix2 (Debanttal, 2014), zum inzwischen fünften Mal zur Brut geschritten ist. Bisher konnte das Paar zwei Jungvögel erfolgreich großziehen (2023 & 2024). Im vergangenen Jahr brach das Paar die Brut zu einem sehr frühen Zeitpunkt ab. Den Grund für den Brutabbruch bildeten Eiskletterer, welche die Wände in direkter Nähe zum Horst bekletterten. Um derartige Störungen zu vermeiden, wurde der Horstbereich durch die Kärntener Nationalparkverwaltung während der Brutsaison gesperrt. Störungen der Brutaktivitäten durch Eis-kletterer sind in den Hohen Tauern kein Einzelfall und verdeutlichen, wie wichtig es ist, Wintersportler:innen im größten Schutzgebiet der Alpen, für den Artenschutz zu informieren, zu sensibilisieren und Wintersportaktivitäten zu lenken.

Paar Heiligenblut

Horstkontrollen ergaben, dass auch das Brutpaar in Heiligenblut, bestehend aus Ambo (Gastein; 2002) und Fortuna (Kals; 2015) Ende Januar zur Brut geschritten sind. Zum inzwischen vierten Mal konnte somit ein Brutbeginn festgestellt werden. Seit 2023 hat das Paar inzwischen drei Jungvögel erfolgreich großgezogen. Im vergangenen Jahr konnte aus Heiligenblut der einzige ausgeflogene Bartgeier-Jungvogel in den Hohen Tauern gemeldet werden.

Paar Prägraten

Horstkontrollen ergaben, dass auch das Brutpaar in Prägraten Ende Januar zur Brut geschritten ist. Nach der Auflösung des Trios im Jahr 2021 verblieben zwei Altvögel im Revier. Zwar wurden in den vergangenen Jahren stets Brutversuche festgestellt, doch konnte nur 2023 ein Bruterfolg nachgewiesen werden. Über die Gründe der Brutabbrüche können derzeit nur Vermutungen angestellt werden. So wurde im Frühjahr 2025 berichtet, dass es im Zeitraum der Brut einen Materialsturz im Horstbereich gegeben haben soll, welcher Teile des besetzten Horstes zerstört haben soll.

Paar Gschlöß

Aus den Daten der vergangenen Monate geht hervor, dass sich im Osttiroler Gschlößtal mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Partnerwechsel vollzogen hat. Im September 2024 wurde das „alte“ Revierpaar, bestehend aus Glocknerlady (Heiligenblut, 2012) und Pinzgarus (Rauris, 2008), letztmals gemeinsam fliegend beobachtet. Der zweite Altvogel gilt seitdem als verschollen. Seit Herbst 2025 häuften sich die Meldungen eines subadulten Vogels (5. Lebensjahr) im Revier, welcher gemeinsam mit einem Altvogel beobachtet wird. Im Spätherbst wurden mehrere Paarungsversuche dokumentiert. Aufgrund des Alters galt ein Bruterfolg als unwahrscheinlich, was Horstkontrollen in den vergangenen Monaten bestätigten. Trotz dokumentierter Paarungs- und Horstbauaktivitäten kam in der Brutsaison 2025/2026 zu keiner Eiablage, da der subadulte Vogel noch nicht geschlechtsreif ist. Es ist anzunehmen, dass es sich bei dem Altvogel um den verbliebenen Revierinhaber Pinzgarus handelt. Weiterführende Ergebnisse sollen nun die Identität des subadulten Vogels klären.

Bartgeier Kopula Gschlöß C Florian Egger

Abb. Bartgeier Kopula Gschlöß © Florian Egger

 

BG Subadult Gschlöß 110126 C Matthias Lehnert
Abb. Bartgeier subadult Gschlöß © Matthias Lehnert

Zum Schutz des Paares wurde im Osttiroler Gschlößtal der Horstbereich behördlich gesperrt. Durch eine Verordnung gemäß dem §25a TNatSchG (Artenschutzrechtliche Schutzzonen) wurde der Horstbereich für die Dauer der Fortpflanzungs-, Brut- und Aufzuchtzeit gesperrt.
In Zusammenarbeit zwischen der Bezirkshauptmannschaft Lienz, der Osttiroler Nationalparkverwaltung sowie dem Österreichischen Alpenverein konnte somit ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Bartgeier geleistet werden.

Bartgeier-Paare Nordtirol 2026

In Nordtirol konnten im Rahmen der Horstkontrollen bei fünf Paaren Brutvorgänge festgestellt werden. Die betrachteten Reviere beziehen sich mehrheitlich auf die Ötztaler Alpen, die Samnaungruppe sowie die Lechtaler Alpen. Aufgrund der Lawinensituation konnten noch nicht alle Reviere kontrolliert werden, wodurch Brutvorgänge in schwer erreichbaren Revieren noch nicht nachgewiesen werden konnten.

Bartgeier Vorarlberg 2026

In Bezug auf die Brutaktivitäten im Vorarlberger Alpenraum herrschen im Monitoring noch immer große Beobachtungslücken. Aus den eingegangenen Meldungen geht hervor, dass die Bartgeier-Aktivitäten im westlichsten Bundesland Österreichs weit höher sein dürften, als bisher angenommen. Besonders im Lechquellengebirge und im südlichen Vorarlberg kommt es immer wieder zu Bartgeier-Sichtungen. Dies ist mitunter auch mit der direkten Nachbarschaft zu Südtirol und der Schweiz zu erklären. Die Identität der gemeldeten Vögel ließ sich nur vereinzelt klären. Aufgrund fehlender Markierungen (gebleichte Federn) deutet alles darauf hin, dass es sich bei einigen Individuen um Wildvögel handelt.

Sisi, Gaia und Co. – Besenderte Bartgeier unterwegs in Österreich

GPS-Daten besenderter Vögel liefern wichtige Einblicke in das Verhalten der Bartgeier. Besonders in den ersten Lebensjahren zeigen Bartgeier oft ein ausgeprägtes Wanderverhalten. Datenanalysen zeigen, dass auch im österreichischen Alpenraum besenderte Bartgeier aus der Schweiz und aus Deutschland unterwegs sind. Zu ihnen gehören unter anderem das 2024 in der Schweiz ausgewilderte Bartgeier-Weibchen „Gaia“ sowie die in Deutschland ausgewilderten Bartgeier Sisi und Nepomuk (*2023) sowie die 2025 ausgewilderten Vögel Luisa und Generl. Es ist deutlich erkennbar, dass die besenderten Bartgeier überwiegend die nördlichen Kalkalpen zwischen Vorarlberg und dem Salzburger Tennengebirge präferierten – ein Bereich, der immer stärker in den Fokus des Monitorings rückt. Mit Blick auf das Verhalten der Tiere wird derzeit geprüft, ob die GPS-Daten dazu genutzt werden können, bisher unbekannte Paare nachzuweisen.

 Besenderte Bartgeier in Österreich C Vulture Conservation Foundation

Abb. Flugbewegungen besenderter Vögel in Österreich (Quelle: IBM / LBV / NP Berchtesgaden)

Bartgeier Caeli in Südtirol

Die im Juni 2018 freigelassenen Bartgeier Caeli und Kasimir gelten als die letzten Bartgeier, welche in Österreich ausgewildert wurden. Kurz vor dem Verlust des Senders, konnte festgestellt werden, dass Bartgeier-Männchen Caeli im Südtiroler Passeiertal eine Partnerin gefunden hatte. Im Jahr 2024 konnte bei dem Paar der erste Brutversuch nachgewiesen werden, welcher jedoch abgebrochen wurde. In der Brutsaison 2025 wurden erneut Brutaktivitäten festgestellt. Weiterführende Kontrollen ergaben, dass Caeli und seine bisher nicht identifizierte Partnerin erfolgreich gebrütet hatten und der Jungvogel Ende Juli ausflog. Auch 2026 ist das Paar zur Brut geschritten. Bereits Ende Dezember 2025 konnte die Eiablage nachgewiesen werden.

Ergebnisse Bartgeier IOD 2025

Bei denkbar schönstem Herbstwetter fand am 11. Oktober 2025 der Internationale Bartgeier Zähltag (IOD) statt. Im österreichischen Alpenraum richteten insgesamt 86 Teilnehmernde in Vorarlberg, Nord- und Osttirol sowie Salzburg und Kärnten ihre Blicke in den Himmel. An 56 verschiedenen Orten wurde nach Bartgeiern Ausschau gehalten. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass in Österreich insgesamt 49 Bartgeier beobachtet wurden. Während in den Hohen Tauern insgesamt 21 Vögel beobachtet wurden, kam es in Nordtirol insgesamt zu 28 verschiedenen Sichtungen. Bisher wurde der österreichische Bartgeierbestand auf ca. 50 Individuen geschätzt. In Bezug auf die Zählergebnisse, der Auswertung von Telemetriedaten und den Ergebnissen aus dem Horstmonitoring ist jedoch davon auszugehen, dass der Bartgeier-Bestand in Österreich inzwischen größer eingeschätzt werden muss. In den Hohen Tauern wurden vor allem die sechs dort lebenden Brutpaare bestätigt.

An dieser Stelle möchten sich die Monitoring-Zentralen aus den Hohen Tauern und den Ötztaler Alpen noch einmal bei allen Teilnehmenden recht herzlich für ihr Engagement bedanken!

IOD2026 C Matthias Lehnert

Abb. Internationaler Bartgeier Zähltag 2025 © Matthias Lehnert

Bartgeier am IOD im Krumltal C Mörtlmayr

Abb. Bartgeier am Bartgeier-Zähltag im Krumltal © Martina Mörtelmayr

Verendete Gänsegeier 

Die Hohen Tauern sind das wichtigste Übersommerungsgebiet für Gänsegeier in den Ostalpen. Bereits im Frühling befliegen zahlreiche Vögel die Bereiche südlich der Hohen Tauern.

Mitte April 2026 entdeckten Jäger und Passanten in Kärnten und Osttirol verendete sowie stark geschwächte Gänsegeier. Aus Untertilliach (Osttirol) meldeten Einwohner einen verendeten Gänsegeier. In St. Lorenzen (Lesachtal) wurden mehrere verendete Gänsegeier entdeckt. Unweit der Fundstellen entdeckten Passanten einen geschwächten Gänsegeier an einem Bachufer, welcher für die weitere Versorgung in die Vogelwarte nach Landskron überführt wurde. Bei dem geretteten Tier handelt es sich um „GypFul_FB7“ – einem 2019 in der Geierstation in Cornino beringten und besenderten Vogel. Das plötzliche Auftreten mehrerer Todes- und Krankheitsfälle in einem kleinräumigen Gebiet wirft Fragen nach den Ursachen auf. Aus diesem Grund wurde sich dafür entschieden, das länderübergreifende EU LIFE-Projekt „wildLIFEcrime“ zu involvieren. In dem Projekt gegen Wildtierkriminalität arbeiten u.a. BildLife Österreich, die Veterinärmedizinische Universität Wien sowie die österreichische Kriminalpolizei zusammen. Aktuell werden die Todesursachen ermittelt. Eine Vergiftung durch illegal ausgebrachte Giftköder kann nicht ausgeschlossen werden.

Verendeter GG Untertilliach C Maria Mattersberger

Abb. Verendeter Gänsegeier in Untertilliach (c) Maria Mattersberger

GG FB7 St Lorenzen Lessachtal C Michael Kurz

Abb. Gänsegeier „GypFul_FB7“ in St. Lorenzen im Lesachtal (c) Michael Kurz

Steinadler im Nationalpark Hohe Tauern

Die Untersuchung des Brutgeschehens im Jahr 2025 ergab, dass im Nationalpark mindestens 13 Jungvögel produziert wurden. Während im Salzburger und im Osttiroler Nationalparkteil jeweils sechs Jungvögel nachgewiesen wurden, konnte in Kärnten ein Jungvogel festgestellt werden. In Salzburg und Osttirol wurden 2025 Praktikant:innen zwischen März und September im Horstmonitoring eingesetzt. Neben den Horstkontrollen bestanden die Aufgaben in der Bearbeitung von Meldungen sowie dem Erstellen von Horstfotos. Zusätzlich wurden Steinadler fotografiert, um diese anhand ihrer Gefiedermerkmale zu unterscheiden und Aussagen über Flugbewegungen und Reviere tätigen zu können.
Um das Verhalten oder die Flugbewegungen von Steinadlern zu erforschen, wurden 2025 zwei junge Steinadler besendert. Noch vor dem ersten Ausflug erhielten die Jungvögel in ihren Horsten im Defereggental (Osttirol) und im Zirknitztal (Kärnten) einen GPS-Sender. Die Besenderungen fand im Rahmen des alpenweit durchgeführten und mehrjährigen Forschungsprojekts „Ikarus“ statt. Zusätzlich wurde im Osttiroler Nationalparkanteil ein Jungadler beringt, um diesen besser identifizieren zu können.

Neben dem laufenden Bartgeier-Horstmonitoring startete im Salzburger Nationalparkanteil ab März 2026 auch das Steinadler-Horstmonitoring. Ziel des Monitorings besteht in der Erhebung angeflogener Steinadler-Horste, der Suche neuer Horststandorte sowie der Auswertung von Sichtungen. Aufgrund der Lawinensituation wurden bisher nur Talbereiche kontrolliert, welche bereits sicher begehbar waren. In weiterer Folge wurden auch die Aktivitäten der Steinadler dokumentiert, um schärferes Bild über das Raum- und Paarungsverhalten der Steinadler im Nationalpark zeichnen zu können.

Im Salzburger Nationalparkanteil konnten an bisher drei Horststandorten Steinadler-Aktivitäten festgestellt werden (Stand 03/2026). In zwei Fällen handelte es sich um Baumhorste, was trotz des guten Angebots an Horstwänden eine Besonderheit darstellt. Um mehr Erkenntnisse über die ungewöhnlichen Horststandorte zu erfahren, soll der Erhebung und weiteren Erforschung vom Baumhorsten in den Hohen Tauern nun mit Nachdruck nachgegangen werden. Neben einem neu entdeckten Baumhorst konnte auch ein neuer Horst in einer Felswand ermittelt werden. Im Salzburger Nationalparkanteil werden die Horstkontrollen durch eigens dafür ausgebildete Praktikant:innen durchgeführt. Diese werden finanziell aus den Mitteln des Patenschaftsfonds des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) unterstützt.


Geschrieben von
Matthias Lehnert

06.05.2026